Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

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D4vE
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von D4vE » 07.05.2019, 16:10

Wolfram wird aufgrund des hohen Schmelzpunktes in erster Linie Pulvermetallurgisch verarbeitet. Dabei wird das Wolframpulver mit Matrixpulvern (z.B. Eisen, Nickel oder Kupfer bzw. Mischungen davon, je nach Anwendung) bei hohen Drücken verpresst und anschließend gesintert. Dabei geht nur die "Matrix" in die Flüssigphase und "verklebt" die Wolframteilchen miteinander. Ist das Pulver fein genug wird man kaum einen Unterschied zu geschmolzenem und wieder erstarrten Metall feststellen können (zmd. optisch). Bullet Weights und Cheburashkas werden mit ziemlicher Sicherheit auf diese Art und Weise hergestellt.

Wolframproduktion ist in Österreich ja kein unbedeutender Wirtschaftszweig, hier gibt's ein paar weiterführende Infos: https://www.plansee.com/de/werkstoffe/w ... etall.html

Bei den Jigheads ist die Sache etwas gefinkelter, da ja der Haken noch irgendwie mit rein muss. https://www.keitechusa.com/catalog/supe ... heads.html diese Jigheads sind nach Informationen aus einem anderen Forum aus einer Plastik-Wolfram Mischung gefertigt. Funktioniert also ähnlich wie sintern, nur dass das Zeug dann bei vernünftigen Temperaturen verarbeitbar/formbar ist, mit geringen Einbußen an Dichte.

https://fisherino.de/p/fisherino/tungsten-jighead Hier kann man lesen dass die Jigs geschweißt sind, wobei ich nach einem Schweißprozess Sorgen um die Stabilität des Hakens hätte, insbesondere im Bereich der Wärmeeinflusszone. Der Rohling dafür wird dann vermutlich mit Schlitz gefertigt, anschließend der Haken eingesetzt und mit Schweißdraht fixiert.

Die letzten Beiden Punkte sind in erster Linie begründete Vermutungen, wissen wird das nur einer der die Dinger auch wirklich herstellt =)
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Erich » 10.05.2019, 21:20

Hallo,

Danke D4vE für die umfangreiche Recherche und die fachkundigen Infos.

Ist offenbar eine aufwendige Sache, Wolfram-Angelgewichte herzustellen. Mich wundert immer weniger, dass die so teuer sind. Und nach ressourcen- und umweltschonend klingt das auch nicht. Wolfram scheint mir deswegen keine praktikable Bleialternative für breite Anwendung. Ist eher ökologisch nur vertretbar und kostenmäßig nur erträglich in Angelsituationen, bei denen kaum mit Hängern zu rechnen ist bzw. ein ziemlich zuverlässiges Lösen (z.B. von einem Boot aus) möglich ist.

Was meint ihr?

Grüße
Erich
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Patrickpr » 14.05.2019, 16:44

Wie sieht es mit Beton oder Ton aus??
Die wäre wieder sehr einfach bei der Herstellung.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 14.05.2019, 18:21

Im Grunde ist es die Dichte, die ist 1/3 von Blei bzw man kann etwa die doppelte Größe annehmen.
Ich habe mir paar größer und kleinere Gewichte mit Form bzw Einwegbecher oder Kübel gegossen, dauert aber... bzw man braucht viele Gussformen oder eben viel Zeit bis Beton ausgehärtet ist. ..

Uns Ton ... Den muss man brennen im Brennofen ..

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Patrickpr » 14.05.2019, 18:23

Wenn der Kopf ums 3 fache größer wird als bei Blei hat sich dass Thema mit Beton erledigt.. :o

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