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Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Erhaltung unserer Natur und Tierwelt

Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon korsikaphil » 17.07.2016, 10:22

Natürlich kann man seine moralischen Überzeugungen nicht einfach mal über Bord werfen und sich sagen: "Heute bin ich in Kroatien, die finden den Lebendköder ok, jetzt mach ich einfach mal was, das ich daheim nicht mache weil ich es eigentlich für grausam halte".

Aber ich bleibe dabei, dass Moral ein flexibles Gebilde in dem Sinne ist, dass ein Mensch seine moralischen Vorstellungen im Laufe seines Lebens anpasst, und dass dabei nicht die Herkunft oder Zugehörigkeit, sondern das soziale Umfeld die tragende Rolle spielt.
Das braucht aber seine Zeit, bzw. das eigene Gewissen kann nicht nach Belieben spontan angepasst werden: Einfach mal nach Kroatien fahren, mit Lebendköder angeln und sagen: "Die machens ja auch" ist eine Selbsttäuschung (von mir aus auch "Doppelmoral") unter der Vorraussetzung, dass man den Lebendköder eigentlich für "fragwürdig" hält.

Damit komme ich zu einem wichtigen Punkt:
Im Verlauf der Diskussion habe ich den Eindruck gewonnen, dass manche hier den Lebendköder entgegen ihrer moralischen Überzeugungen am liebsten auch in Österreich einsetzen würden wenn's denn erlaubt wär. Sie nehmen also das (vermutete, mögliche, denkbare) Tierleid bewusst in Kauf, um möglicherweise bessere/dickere/geilere Fische zu fangen.

Von meinem Standpunkt aus ist das ein zutiefst amoralisches Verhalten, weil das Tierleid bewusst und entgegen den eigenen Überzeugungen (!) billigend in Kauf genommen wird, und ich finde, hier muss man mal einfach Farbe bekennen und sagen:
"Ja, ich bin davon überzeugt dass meine moralischen Vorstellungen die besseren bzw. gefestigteren sind. Ich lehne diese fragwürdige Praxis aus Überzeugung ab und denke nicht im Traum daran, hier irgendeine Form der Akzeptanz einzuräumen."

Ich finde, Fuschlsee geht hier mit seinen Appellen nicht mal weit genug, bzw. er machte eingangs den Fehler, an die Moral des Anglers zu appellieren anstatt seine persönliche Ablehnung dezidiert kundzutun. Einen verbindlichen, allgemeingültigen Moralbegriff für alle Angler zu definieren ist fast unmöglich.

fuschlsee0 hat geschrieben:Ja, für mich ist es einfach "Blödsinn" einen lebenden Fisch am Rig herumschwimmen zu lassen, damit man einen grösseren Fisch fängt. Sorry, aber dazu steh ich. Und mit meiner persönlichen Meinung werde ich nicht hinterm Berg halten. Du wirst das schon aushalten.

Und komm jetzt bitte nicht damit, dass wir Angler zusammenhalten müssten, um in der Öffentlichkeit das Angeln zu stärken. Ich meine, Angeln kann nur dann im öffentlichen Diskurs bestehen, wenn jeder Angler darauf achtet, möglichst verträgliche Arten des Angelns durchzuführen.
Lebendköderfischen, kübelweise Boilies in Gewässer einzubringen, Fischen als Rekordsucht, u.v.m.. Das ist der öffentlichen Meinung abträglich. Ein Diskurs übers Fischen sicher nicht!


:good post: Volle Zustimmung, und mit dem Zusatz "Persönliche Meinung" kriegt das gleich deutlich mehr Schlagkraft ohne den Kombattanten in seiner Ehre zu verletzen.
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon *Chorche* » 17.07.2016, 12:44

Ja, mit dem Zusatz "meine persönliche Meinung" ist das ganze in Ordnung.

@Cathunter: ich nehme mal an, mit dem "Spass" hast du das Fangen der Zielfische und nicht das Lebendfischen bezeichnet. Das wäre sonst echt bedenklich...

Moral ist beim Angeln eine schwierige Sache, unser Hobby ist per se fragwürdig. Und dank Leuten wie Fuschlsee werden wir irgendwann vielleicht die grauenhafte Situation haben, dass entweder nurmehr Kunstköderfischen erlaubt sein wird oder wir zum Angeln gleich ins Ausland müssen, weils bei uns verboten ist. Solche Leute sind für die Anglerschaft ärgere Totengräber als Tierschützer....

Mal ehrlich, ich persönlich finde es grausam einen lebenden Fisch mit Haken zu spicken. Aber einen Fisch mit Gummiringerl anzuködern - was ist dabei? Demnach müsstet ihr nämlich auch das Zäumen von Pferden, das Anleinen eines Hundes oder ähnliches verteufeln. Denn die Attacke eines Thuns oder Schwertfisches ist so schnell, dass die ein zwei Sekunden vom Zeitpunkt, in dem der Köfi den Räuber registriert bis zum Biss wohl keine nennenswerte Todesangst zulassen. Und wie gesagt, alle Köfis die wir wieder abgeködert haben haben problemlos überlebt, ist für mich waidgerechter als mal 20 Köfis zu töten und dann 15 wegzuschmeissen...
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon korsikaphil » 17.07.2016, 13:48

*Chorche* hat geschrieben:Moral ist beim Angeln eine schwierige Sache, unser Hobby ist per se fragwürdig. Und dank Leuten wie Fuschlsee werden wir irgendwann vielleicht die grauenhafte Situation haben, dass entweder nurmehr Kunstköderfischen erlaubt sein wird oder wir zum Angeln gleich ins Ausland müssen, weils bei uns verboten ist. Solche Leute sind für die Anglerschaft ärgere Totengräber als Tierschützer



Seh ich nicht so. Die Profi-Schützer, also diejenigen die tatsächlich was verbieten können, haben ganz andere Sorgen als uns Angler. Reine Tierschützer haben eh wenig zu melden und sollen sich lieber um Pelzfarmen und Massentierhaltung kümmern, von mir aus auch um die ach so bösen Jäger (aber nur deshalb weil sie da eh keine Chance haben).
Naturschützer dagegen haben mit Angeln, Jagen, Töten und Ausmerzen absolut keine moralischen Probleme. Die drei letztgenannten Tätigkeiten gehören mehr oder weniger sogar dazu. C&R, Lebendköder, massives Anfüttern, bauliche Anlagen, Artenschutz und Vogelschutz sind so typische Streitthemen zw. Anglerschaft und Naturschutz, aber sicher nicht das Angeln per se. Und Naturköder schon gar nicht, wenn dann eher Boilies, Blei, Weichmacher uä. Dass es bis heute kein Angelblei-Verbot gibt wundert mich zb.
Was die Mein-Freund-der-Salatkopf-Fraktion zu Fuschls Kritik sagt und ob sie sich bestätigt fühlt ist mir wumpe, denn den Naturschützern sind solche Gestalten in ihren Reihen einfach nur peinlich, und in Angelfragen hat nunmal vorrangig der Naturschutz das Sagen.


*Chorche* hat geschrieben:Mal ehrlich, ich persönlich finde es grausam einen lebenden Fisch mit Haken zu spicken.


Wenn Arlinghaus usw. die Wahrheit sagen, dann ist das bei den Knochenfischen nicht weiter schlimm. Ich hätt da eher bei den Kopffüßern so meine Bedenken, denn die sind nur so gespickt mit Nervenleitbahnen, Pigmentzellen und ähnlichem Zeugs, und deren Schmerzempfinden ist meines Wissens noch nicht erforscht. Man weiss aber, dass sie einen guten Tastsinn haben, und das spricht schon mal für Schmerzen. Außerdem sind sie unkaputtbar. Falls sie Schmerzen fühlen, leiden sie daher entsprechend lange.

*Chorche* hat geschrieben:Aber einen Fisch mit Gummiringerl anzuködern - was ist dabei? Demnach müsstet ihr nämlich auch das Zäumen von Pferden, das Anleinen eines Hundes oder ähnliches verteufeln. Denn die Attacke eines Thuns oder Schwertfisches ist so schnell, dass die ein zwei Sekunden vom Zeitpunkt, in dem der Köfi den Räuber registriert bis zum Biss wohl keine nennenswerte Todesangst zulassen. Und wie gesagt, alle Köfis die wir wieder abgeködert haben haben problemlos überlebt, ist für mich waidgerechter als mal 20 Köfis zu töten und dann 15 wegzuschmeissen


Der Vergleich mit Pferd und Hund hinkt zwar, aber ansonsten kann ich dir folgen. Wenn du ausschließen kannst dass der Köderfisch 1) Schmerzen und 2) Angst hat, dann spricht aus meiner Sicht eh nix dagegen.
Und der Maßstab bist du selbst: Wenn du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst und bereit bist, dir die Kritik anzuhören, dann spricht in Kroatien ebenfalls nix dagegen, egal wie es dem Köderfisch dabei geht. Allerdings erweist du damit der Anglerschaft einen Bärendienst, und ein Naturschützer könnte schon mal auf die Idee kommen, dir beim heimischen Hechtansitz mal über die Schulter zu schauen was du da so machst...
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon fuschlsee0 » 17.07.2016, 14:21

korsikaphil hat geschrieben:[
*Chorche* hat geschrieben:Aber einen Fisch mit Gummiringerl anzuködern - was ist dabei? Demnach müsstet ihr nämlich auch das Zäumen von Pferden, das Anleinen eines Hundes oder ähnliches verteufeln. Denn die Attacke eines Thuns oder Schwertfisches ist so schnell, dass die ein zwei Sekunden vom Zeitpunkt, in dem der Köfi den Räuber registriert bis zum Biss wohl keine nennenswerte Todesangst zulassen. Und wie gesagt, alle Köfis die wir wieder abgeködert haben haben problemlos überlebt, ist für mich waidgerechter als mal 20 Köfis zu töten und dann 15 wegzuschmeissen


Der Vergleich mit Pferd und Hund hinkt zwar, aber ansonsten kann ich dir folgen. Wenn du ausschließen kannst dass der Köderfisch 1) Schmerzen und 2) Angst hat, dann spricht aus meiner Sicht eh nix dagegen. Und der Maßstab bist du selbst: Wenn du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst und bereit bist, dir die Kritik anzuhören, dann spricht in Kroatien ebenfalls nix dagegen, egal was der Köder dazu sagt.



Der Vergleich hinkt nicht nur, sondern der ist völlig am Thema vorbei. Wenn schon ein Vergleich, dann vielleicht das Anbinden eines lebenden Wildhasens um einen Wolf zu fangen. Auch wenn der Hase keine Schmerzen hat, ist so etwas einfach unzulässig. Genauso sehe ich das beim Lebendköderfischen. Der Kollege Welsangler hat ja selber geschrieben, dass seine Köfis bis zu 2 Tagen angebunden rumschwimmen.
SOLCHE Sachen sind das wahre Problem der Angler in der nichtangelnden Oeffentlichkeiten, aber keine Leute wie ich, die das in einem Anglerforum diskutieren. Dein Schluss erinnert doch eher an "haltet den Dieb"!!! Oder an "Hände falten, Goschn halten"!
Nur ja nicht über die Abartigkeiten in Jagd, Fischerei oder Politik reden, sondern sie stillschweigend machen.....das ist echt Deine Strategie!?
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon *Chorche* » 17.07.2016, 14:30

Korsikaphil, der Tierschützer kann mir gerne beim Hechtangeln in Österreich über die Schulter schauen - ich verhalte mich gesetzestreu ;-) ich beachte beim Angeln Vorschriften penibel genau, würde nie in Österreich einen lebenden Fisch anködern.

@fuschlsee: einen Köfi zwei Tage angebunden (wobei am Haar angebundene und damit durchstochene Fische für mich wieder etwas anderes sind als um den Körper angebundene) schwimmen zu lassen, lehne ich ab. Vor allem da der Fisch dabei durchstochen wird.

Wenn jemand aber der Meinung ist, dass dieser Thread und meine Äußerungen darin der Anglerschaft mehr schaden als Selbstzerfleischung durch "Besserangler", kann der Thread gerne gelöscht werden.

Wenn ich durch diese Themeneröffnung eines gelernt habe, dann dass es unter Anglern niemals Einigkeit geben wird, weil sich manche immer für besser als andere halten.

Und damit einen schönen Sonntag
*Chorche*
 

Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon fuschlsee0 » 17.07.2016, 14:35

Welche "Einigkeit" willst Du? In jeder Hobbygruppe gibt es diverseste unterschiedliche Zugangsweisen. "Einig" bin ich mit Menschen, die ähnliche Ansichten, Lebensweisen, Zugänge haben. Egal ob das auch Fischer, Jäger, Motorradfahrer, Golfspieler, odersonstwas sind.

Wenn Du mich als jemanden begreifst, der sich als "besser" darstellen will, dann hast Du mich ganz einfach nicht verstanden. "Posen" interessiert mich nicht. Weder mit meinen Einstellungen, noch mit Leistungen, Fängen, oder sonst was. Da liegst Du echt grob daneben.

Der thread schadet gar niemandem. Er nutzt höchstens (wahrscheinlich auch nicht, weil die Oeffentlichkeit den wohl kaum verfolgt), Fischer als Menschen darzustellen, die sich sehrwohl auch über ihr Tun und dessen Auswirkungen Gedanken machen (in welche Richtung auch immer).
Sowas ist nie schlecht!!!!
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon Cathunter » 17.07.2016, 15:18

ja, natürlich die welsfischerei. unglückliche wortwahl :oops:
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon AllroundFishy » 17.07.2016, 15:58

hallo,

tolle diskussion bis jetzt!

ich bin mir ziemlich sicher das das lebendköder angeln immer weniger werden wird. die meisten jungangler sind sowieso mehr vom hübschen tackle, unterschiedlichen montagenbinden, und der vielzahl an unterschiedlichen kunstköder begeistert. das die "alten" den jungen die hechtstoppel zeigen mag schon stimmen, aber der wohl größte lehrmeister für die meisten jungangler ist das internet/youtube. und dort überwiegen die kunstköder videos.

zusätzlich wird es immer mehr zur norm fische mit größerer vorsicht zu behandeln. bestes beispiel, in vielerlei punkten, sind die schon viel genannten amerikaner. karpfen waren vor kurzem noch müllfische, die per kiemengriff hantiert wurden und nicht selten mal sogar in den büschen landeten. drillinge mit widerhaken werden immer mehr mit einzelhaken, teilweise sogar barbless, ersetzt. kescher sind plötzlich mit gummierten netz. leute fangen an ihre hände nass zu machen bevor sie fischkontakt haben,.... die jungen dort greifen immer selten zu lebendködern. es ist halt auch nicht so "sexy" wie zb. ein popper an der oberfläche.

Moral ist beim Angeln eine schwierige Sache, unser Hobby ist per se fragwürdig. Und dank Leuten wie Fuschlsee werden wir irgendwann vielleicht die grauenhafte Situation haben, dass entweder nurmehr Kunstköderfischen erlaubt sein wird oder wir zum Angeln gleich ins Ausland müssen, weils bei uns verboten ist. Solche Leute sind für die Anglerschaft ärgere Totengräber als Tierschützer....

naja, angriffpunkte werden nur durch "schwarze schafe" geliefert. wenn ich mit unserem hund spazieren gehe bekomme ich des öfteren besonders nette anmerkungen zu den häufchen die herumliegen. obwohl ich jeden wegmache, desweilen auch die eines fremden wuffels.
selbes im fischen: ein paar lassen ihren müll liegen, ein paar schütten massenweise futter rein, und andere wieder lassen den lebenden fisch zappeln. zurückfallen tuts auf uns alle.
deswegen halte ich doch nicht "zusammen" und meine es is in ordnung mull liegen zu lassen, kübelweise beoilies reinzuschaufeln, oder lebend zu fischen.

lg
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon wagncn » 18.07.2016, 12:51

fuschlsee0 hat geschrieben:
*Chorche* hat geschrieben:Also für mich geht das schon zusammen Fuschlsee, denn ich durchbohre keinen Fisch mit einem Haken sondern binde die Köfis an


(Natürlich durchbohrst Du sie auch an. Tintenfische zumindest.)

Aber darum geht es ja gar nicht.
Es ist definitiv kein schonender Umgang, wenn die Fische lebend als Köder rumschwimmen.

( Auch wenn manche es zumindest versuchen, dass die Köfis halbwegs unversehrt bleiben. Von denen, die die Köfis an der Rückenköderung 20 Meter hinausdonnern und dabei die inneren Organe beschädigen, rede ich gar nicht. Die haben meiner Meinung nach sowieso kein emotionales Sensorium.)
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon OHKW » 18.07.2016, 16:05

*Chorche* hat geschrieben:Noch etwas: du versuchst hier immer subtil, mein Livebaiten in Kroatien als illegal hinzustellen... Das ist es nicht! Es gibt kein EU-weites Tierschutzgesetz!


Kein Grund für Paranoia. Ich sag nur, dass man sich da nicht so wirklich auf Alles verlassen sollte. Die meisten Leute neigen dazu das zu glauben, was ihnen persönlich am Besten gefällt ohne sich verlässlich zu informieren.
Aber um das vorerst mal auf ein solides Fundament zu stellen, hab ich mal das entsprechende Kroatische Amt angeschrieben und um Rechtsauskunft gebeten 8).
Sobald ich Antwort erhalten habe, gibt's ein Update.

*Chorche* hat geschrieben:Wenn ich durch diese Themeneröffnung eines gelernt habe, dann dass es unter Anglern niemals Einigkeit geben wird, weil sich manche immer für besser als andere halten.


Liegt wohl eher daran, dass so mancher keinen Millimeter von seiner Meinung runtersteigt und andere Meinungen und Argumente nicht gelten lässt.

Ich glaub die wenigsten haben es notwendig sich ausgerechnet in so einer Nebensächlichkeit wie der Angelfischerei als was Besseres profilieren zu wollen. Das kommt dann eher so in Richtung Verschrobenheit bis bemitleidenswert rüber :wink: (Raubfischweltmeister *hust*)
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon *Chorche* » 18.07.2016, 16:25

Eben, genau dieses keinen Millimeter von der eigenen Meinung runtersteigen meine ich. Du/Fuschlsee meinen, Livebaiten ist scheisse, ich meine, es ist teilweise in Ordnung, akzeptiere aber eure Meinung, dass ihr das nicht so seht. Ihr allerdings akzeptiert meine Meinung nicht...

Also danke für diese schön geäußerte Selbstkritik deinerseits ;-)
*Chorche*
 

Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon OHKW » 18.07.2016, 16:42

*Chorche* hat geschrieben:Eben, genau dieses keinen Millimeter von der eigenen Meinung runtersteigen meine ich. Du/Fuschlsee meinen, Livebaiten ist scheisse, ich meine, es ist teilweise in Ordnung, akzeptiere aber eure Meinung, dass ihr das nicht so seht. Ihr allerdings akzeptiert meine Meinung nicht...

Also danke für diese schön geäußerte Selbstkritik deinerseits ;-)


Auch wenn ich mich ungerne selbst zitiere:

OHKW hat geschrieben:Ich beurteile einen Menschen auch nicht nur danach wie er seine Angeln aufködert....
Aber genauso wie ich es hinnehmen muss, dass der eine meint unbedingt lebend fischen zu müssen, muss er selbst hinnehmen, dass ich das nicht für die größte aller Künste halte. Soviel zum Thema Meinung und akzeptieren und so.....



Jetzt werd ma bitte ned kindisch.....
Und dass die EU an einem einheitlichem Tierschutzgesetz innerhalb der Union arbeitet ist auch weder erstunken noch erlogen noch was Neues.... Läuft halt ab wie so ein EU Prozess immer abläuft: Vorgeben, Deadlines, Nicht-Einhalten der Deadlines, Strafzahlungen ..... bla.
Ich bin immerhin so nett jetzt Mal bei offizieller Stelle um Auskunft anzufragen, damit wir hier nicht in der leeren Luft diskutieren. Ich wollte ohnehin nur darauf hinweisen, dass sich mit dem EU-Beitritt von Kroatien da rechtlich was ändern könnte.
Da gibt es keinen Grund mir vorzuwerfen, ich würde was als illegal hinstellen wollen.....

Edit:
Ich möchte noch anmerken, dass die ganze Diskussion hier eh sehr sehr milde abläuft. Soviel Entgegenkommen in punkto Toleranz und Akzeptanz wirst du sonst von Gegnern der Lebendköderfischerei nirgends erfahren.
Wenns dir bei der Sache darum geht ein paar Schulterklopfer und Solidaritätsbekundungen zu erhalten, dann mach den selben Thread im anglerboard.de auf.
Wenn dir langweilig ist, dann mach den selben Thread im fishing-for-men.de forum oder bei barsch-Alarm auf. Dann sag mir aber vorher bescheid, denn dann besorg ich mir ne Tüte Popcorn.
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon korsikaphil » 19.07.2016, 06:00

*Chorche* hat geschrieben:Eben, genau dieses keinen Millimeter von der eigenen Meinung runtersteigen meine ich. Du/Fuschlsee meinen, Livebaiten ist scheisse, ich meine, es ist teilweise in Ordnung, akzeptiere aber eure Meinung, dass ihr das nicht so seht. Ihr allerdings akzeptiert meine Meinung nicht...


Servus Chorche,

vielleicht wärs hilfreich wenn du mal konkretisierst, was du unter "Akzeptanz" verstehst. Ich zb hab dir Petri Heil zum Schwertfisch gewünscht, obwohl ich zu denen gehöre, die den Lebendköder ablehnen. Mein Petri Heil bleibt auch aufrecht, weil das 1. ein super Fang ist den ich auch gern mal an der Angel hätte, und weil 2. nach meinem Kenntnisstand über die Rechtslage alles "sauber" war.

Wenn dir zb ein Fuschlsee kein Petri Heil entbietet weil er die Methode nicht gutheißt, dann hätte ICH an deiner Stelle dafür vollstes Verständnis.

Unbenommen von meinen Glückwünschen erlaube ich mir, die Methode (nicht die Person!) in einer sachlichen Diskussion auf den Prüfstand zu stellen, und dabei den Standpunkt zu vertreten, dass der Lebendköder inakzeptabel ist, solange die Frage des Tierleids nicht abschließend geklärt werden kann.

Angriffe gegen deine Person sind in diesem Faden bisher auch unterblieben, in anderen Foren hätte man dich schon längst gesteinigt. Unterm Strich behaupte ich mal, dass das was du hier erfährst, an Akzeptanz kaum zu überbieten ist. Dieses Forum ist (zum Glück!) kein "Petri Heil - Forum", hier wird jede Woche auf hohem Niveau diskutiert, und kontroverse Standpunkte sind hier gang und gäbe ohne dass wir uns deswegen an die Gurgel gehen oder das Ansehen der Anglerschaft beschmutzen. Ehrlich gesagt, stell ich mir die von dir beschworene "Einigkeit" in der Anglerschaft ziemlich langweilig vor...


OHKW hat geschrieben:Raubfischweltmeister *hust*

:lol: Zanderhypnotiseur *hust*
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Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon *Chorche* » 19.07.2016, 11:50

Wie gesagt, mir gehts nicht um den Schwertfisch und auch nicht darum, ob mir hier jemand Petri wünscht oder nicht.

Ich fände halt, dass es gut wäre, es zu akzeptieren, wenn jemand im erlaubten Rahmen der Gesetze anders fischt, als man es persönmich gut findet - ich finde klassisches Carphunting beispielsweise auch nicht toll, weil man nur "Fallen stellt" und kiloweise Boilies anfüttert - aber ich akzeptiere es!

Ich kann verstehen, dass Fuschlsee meine Fänge in Kroatien nicht respektiert, aber was mich angeht, ist, dass er sich bei Fangberichten oft nur zu Wort meldet wenn es was zu meckern gibt - er wird mich nicht von seinem Standpunkt überzeugen, ich ihn auch nicht - aber ich akzeptiere seine Meinung. Ich finde, das ist das selbe, wie die ewige C&R diskussion bei Fangberichten, die ja zum Glück in den meisten Foren rigoros gelöscht wird - es bringt einfach nix zu Themen zu meckern, die der "Gegner" fundamental anders sieht ;-)

Noch zwei Statements zum Abschluss:

Ich bin klar für eine schonende Behandlung von Fischen, für mich persönlich ist das anbinden eines Köfis, ohne ihn zu durchstechen, vertretbar - da es schmerzfrei sein sollte.

Mein derzeitiges Wissen ist, dass das Livebaiten in Kroatien erlaubt ist - sollte ich da falsch informiert sein und es verboten sein, werde ich es selbstverständlich nicht mehr praktizieren und das auch meine kroatischen Kollegen mitteilen.

Ich finde es wichtig, dass man sich an bestehende Gesetze hält! Alles was darüber hinaus geht, kann diskutiert werden, andere Meinungen sollten aber akzeptiert werden.
Meine Meinung.
*Chorche*
 

Re: Akzeptanz, (Doppel-)Moral & unterschiedliche Ansichten

Beitragvon ubik » 19.07.2016, 12:09

Hihi. Ich muss sagen ich hab mir die 6 Seiten nicht durchgelesen, aber wenn ich mir die letzte durchlese, scheint sich nicht viel getan zu haben.
Lass es doch gut sein Burschn. Finde aber toll, dass die Diskussion stets sachlich auf hohem Niveau und nie wirklich persönlich geführt wurde. Das ist schon eine ordentliche Leistung der Diskutanten!

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