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Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

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Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon Mühl4tler » 04.03.2019, 20:27

Hallo Leute !

Ich möchte euch hier über die gerade im Bau befindliche Fischwanderhilfe Informieren.

Im Rahmen von LIFE Netzwerk Donau wird das Kraftwerk Abwinden-Asten an der Donau mit einer modernen Fischwanderhilfe aufgerüstet.
17419302_XL.jpg
Quelle:www.meinbezirk.at

Projektdaten Fischwanderhilfe Abwinden-Asten
Dotation 4.000 l/s, bei höheren Donauabflüssen bis zu 9000 l/s
Länge ca. 5,3 km
Höhenunterschied 10,7 m (bei Niederwasser)
Gefälle 2 Promille
Bauherr VERBUND
Planung EZB TB Eberstaller & TB Zauner, DonauConsult
Quelle:www.verbund.com

Trasse_klein.jpg
Hier verläuft in Zukunft das neue Gerinne


Fotos und weitere Informationen folgen....
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon magut » 05.03.2019, 06:02

Klingt gut, dass da was gemacht wird :up2: , Am Beispiel Lehen in SBG sieht man ja, dass das was bringt.
LG
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon regus » 05.03.2019, 08:05

Ich bin da sehr skeptisch.
Habe schon so Bauwerke gesehen die überhaupt nicht nützen.
Beim Kraftwerk Freudenau z.B. ist der Umgehungsbach total wertlos. Ein dahinrauschendes steiles Gefälle, oft nur 10 cm tief, teilweise verlandet, der Biber hat einige "Staustufen" eingebaut. Da kann garnichts mehr aufsteigen, und auch wenn alles bereinigt wird, kommen maximal einige Aitel oder Strömungsfische wie die Barbe da rauf.
Hauptsache der Gesezgebung ist genüge getan worden beim Bau.
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon chrisi1989 » 05.03.2019, 08:17

Was ich am Abwindener Beispiel nie verstehen werde, warum die nicht einfach mal den Altarm oben in die Donau einbinden.....
dann würden dort auch wieder mehr Fische vorkommen denk ich mal, und mit einer ordentlichen Strömung hätte auch die Verlandung bei der Altarm Mündung in die Donau ein Ende
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon Mühl4tler » 05.03.2019, 12:22

Bezüglich Gefälle .... Das Gerinne wird eine Neigung von 2 Promille haben und ist für Welse ausgelegt daher wird auch der Wasserstand für alle übrigen Fische passen .

TL Mario
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon Andreas » 05.03.2019, 13:50

Erst einmal vielen Dank, Mario, dass du uns hier im Forum zu diesem Thema informierst. Bitte nimm die kritischen Standpunkte nicht persönlich - ist ja nicht deine Erfindung, sondern du setzt sie quasi im Bagger sitzend um, was viele hier nicht wissen werden.

chrisi1989 hat geschrieben:Was ich am Abwindener Beispiel nie verstehen werde, warum die nicht einfach mal den Altarm oben in die Donau einbinden.....
dann würden dort auch wieder mehr Fische vorkommen denk ich mal, und mit einer ordentlichen Strömung hätte auch die Verlandung bei der Altarm Mündung in die Donau ein Ende


Wahrscheinlich kann und will nicht so viel Wasser abgezweigt werden, sodass der Altarm entsprechend viel "Lockströmung" bieten würde. Oder es ist so, dass die Fische zum Aufsteigen gar nicht in den Altarm ziehen, sondern immer der stärksten Strömung nachgehen. Das würde die Entscheidung erklären, dass der Aufstieg auf der Turbinenseite gebaut wird. Wir können gerne einen Fragenkatalog zusammenstellen und im Namen des Forums an die ausführende Firma übermitteln: EZB TB Eberstaller & TB Zauner, DonauConsult
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon Kaindlau » 05.03.2019, 15:53

Servus

Als ich voriges Jahr davon zum ersten mal etwas hörte, dachte ich auch das die Aufstiegshilfe auf der linken Seite (Abwinden) gebaut wird.
Ich habe natürlich keine Ahnung von Strömungsverhältnissen und dergleichen, und denke die werden schon wissen was sie tun. :D
Was mir allerdings sauer aufstößt ist, wie ich gestern bei einem "Lokalaugenschein" sehen konnte, das dafür ein schönes Stück Auwald gerodet wird. Es liegen Bäume mit einem Durchmesser von einem Meter und mehr in Reih und Glied nebeneinander.
Ich weiß schon mit Blick auf das große Ganze wird das schon notwendig sein, und wie ich schon von anderen Aufstiegshilfen sehen konnte, wird schon in 2 Jahren nichts mehr darauf hinweisen, das hier Maschinen am Werk wären.
@Mario an dich vielen Dank, und bitte Berichte uns über den Baufortschritt.

Petri aus Enns
Der vielleicht letzte klassische Ansitzangler Österreich`s
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon Traunfischer » 15.03.2019, 23:28

regus hat geschrieben:Beim Kraftwerk Freudenau z.B. ist der Umgehungsbach total wertlos. Ein dahinrauschendes steiles Gefälle, oft nur 10 cm tief, teilweise verlandet, der Biber hat einige "Staustufen" eingebaut. Da kann garnichts mehr aufsteigen, und auch wenn alles bereinigt wird, kommen maximal einige Aitel oder Strömungsfische wie die Barbe da rauf.
Hauptsache der Gesezgebung ist genüge getan worden beim Bau.


Hier eine interessantes paper über den "total wertlosen" Umgehungsbach beim KW Freudenau:
http://www.publish.csiro.au/mf/Fulltext/MF18121
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon AllroundFishy » 21.03.2019, 17:32

Hey @Traunfischer,

super genialer Artikel!

Eine bessere Quelle als diese dreijährige Untersuchung wir man im Moment nicht finden und dann noch mit einem so erfreulichen Ergebnis.

Für die nicht ganz so Englisch-Sattelfesten eine wirklich äußerst kleine Zusammenfassung mit den wohl für Fischer interessantesten Infos:
Wien-Freudenau Fischbypass war das Studienobjekt. Durchschnittliche Steigung von 0.7%, 7m Breite und 0,6 ms^-1.

Die Hauptsampling Kampagne fand von Jän 2014 bis Dez 2015 statt, via Stromfischen (Rucksack). Zwei gleiche Stellen wurden alle zwei Wochen befischt (insgesamt 225 mal). Zusätzlich wurde 22x in ausgewählten Bereichen zwischen 2013 und 2016 gefischt. Fischlarven wurden von April bis September mit Driftnetzen kontrolliert (27x an drei Stellen). Während der gesamten Studie wurden 17 200 Fische gefangen (6 800 Adulte, 3 900 Juvenile, 6 500 Larven, aus 43 Fischarten von 12 Familien)

Ein Großteil aller in der Donau vorkommenden Fischarten in unterschiedlichen Altersklassen nutzen das System. Im geraden Abschnitt fanden sich die wenigsten Arten (17) hauptsächlich Nase und Barbe, die mäanderte Teil min 27. Was ich auch nicht wusste, es existieren Forellen in der Donau (also nicht nur Satzfische, sondern auch Autochthone). Interessanterweise bleiben Hecht, Schrätzer und Zingel aus - wieso ist unbekannt. Nase, Barbe und Aitel nutzen das Habitat stark als Laichgründe (Nase/Aitel im Mai, Barbe Juli), besonders die seichten, schnell fließende Zonen. Wird während der Laichzeit der Durchfluss stark erhöht blieb der Erfolg beinahe komplett aus. Trotzdem sollte es regelmäßig zu höheren Durchflüssen kommen - um den Abschnitt von zb Sedimenten zu "reinigen". Ob die Fische von Flussabwärts oder Flussaufwärts kommen kann nicht gesagt werden, da keine Fallen genutzt wurden. Eine Studie aus dem Jahr 2000 (Eberstaller) zeigt aber, dass die Flussabwärtsmigration vernachlässigbar ist. Seit Inbetriebnahme vor 17 Jahren wurde das Bachbett durchschnittlich um 24cm tiefer, es wird empfohlen in 10 Jahresabständen Kies "nachzufüllen" (erhaltung Laichgründe, Schwimmfähigkeit für alle Arten garantieren).

Es wurden also beinahe alle vorkommenden Fischarten beim Durchschwimmen beobachtet, einige auch konstant darin lebend. Die Diversität der Arten und das Nutzen für Laichaktivitäten ist vergleichbar mit einem natürlichen Seitenarm.


Ist bei weiten nicht komplett, aber einige der Schlüsselinformationen sind enthalten :)
Stutzig mach mich dass der Hecht und der Zingel nicht aufziehen.

LG
Gabriel
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Re: Fischwanderhilfe Kraftwerk Abwinden/Asten

Beitragvon RaubKoppe » 21.03.2019, 19:39

Sie tun es doch....

... der Hecht und Kollegen. Aufsteigen in Fischwander-Einrichtungen.
Für alle interessierten ---> schaut euch die Videos an. Vom Hecht über Wels und alles was so kreucht und fleucht:

https://www.youtube.com/channel/UCCFwPp ... tIIcTgA6Sg

Mittlerweile weiß schon der letzte Kraftwerksbetreiber dass derartige Fischwanderhilfen positiv sich auswirken.
Wir sind erst am Anfang. Wenn dieser Weg konsequent weiter gegangen wird werden unsere Kinder sich über gute natürliche Fischbestände freuen können.

Petri Heil. L.G. Peter
Mit Speck fängt man Mäuse.
Auf'm Käse sitzen Läuse.

Fliegen lass ich leben.
Da gibt's dann Würmer nach dem Leben!
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