Was noch dazu kommt, früher war auch das direkte Gebiet in der Stadt Schwechat ein Eldorado.8103 hat geschrieben: 22.02.2024, 09:44 Ja sehr schade was aus unseren Flüssen teilweise geworden ist. Früher habe ich auch in der Schwechat bei Traiskirchen gefischt. Dort in der Au ist sie ursprünglich noch mit vielen Kurven. Ein schöner Fluß muss das einmal gewesen sein. Vor Hunderten Jahren hat man sich mit der Zille abtreiben lassen und hat die vielen Huchen „gestochen“.
Ich werde heuer wohl an der Schwechat eher im unteren Teil auf Barben feedern. Mal schauen ob im Frühjahr etwas möglich ist. Für Forellen, Karpf und Hecht bevorzuge ich anderes.
Und damit kommen wir zu einem interessanten, aber auch strittigen Thema.
Was noch bis in die 80er Jahre den Reiz ausmachte, war die uralte und an vielen Stellen schon abgebrochene Mauer entlang des großen Areals des Schlosses Altkettenhof (Sitz des Bezirksgerichtes und der Justizschule). Wenn man da von der Seite des Freibades so vom erhöhten Ufer in diesen tollen Tumpf beim Zusammenfluss von Schwechat, Liesing mit Mühlbach runterschaute, standen sogar Wildkarpfen dort.
Es ist klar, dass die oft sehr argen Hochwässer der Schwechat dieses rechte Ufer immer mehr unterspülten und einsturzgefährdet machten, aber was jetzt ist, mit Radweg rechts und Radweg links, viel weniger Bäumen, viel mehr Licht, und so Blocksteine, das ist nicht mehr was mir von 1969-1989 so gut gefiel. (meine Mutter war in Albern, damals noch direkt an der Schwechat nahe der Brücke nach Kaiserebersdorf aufgewachsen(heute ist dort die Tangente).
Diese uralten wasserbaulichen Einrichtungen, die nicht mehr sind, haben fürchte ich standorttreue Fische verschwinden lassen. Es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis das wieder authentisch wirkt.
Ich fürchte, die Fische nehmen es so wie es jetzt teilweise ist, noch nicht an.
Natürlich ist auch die Schwechat breiter und seichter geworden, vor allem in ihrem neuen Bett unterhalb von der Stadt bis Mannswörth.
Interessant wäre, ob noch wie damals die Donaukarpfen so im Mai zum Laichen in die Schwechat raufziehen. Das war ein tolles Schauspiel. Leider gibt es das "Häferlbachl" bei der Zainethbrücke nicht mehr, das war tollstes Laichgebiet. Heute sieht man nur mehr einige größere alte Weiden, die davon zeugen, dass dort mal ein kleiner mit der Schwechat verbundener Ausstand war.
Es dürfte sich durch das schnellere Geschiebe die Barbenregion weiter nach unten verlagert haben, also eh dort, wo Du fischen willst. Denn als weiter oben die Schwechat noch natürlicher und mäandriert vielen konnte, war da unten in Mannswörth die typische Brassenregion, das Wasser ganz träge, der Grund total schlammig, ideal für Brassen, Karpfen, Schleie. Nur dass das Wasser bestenfalls Wassergüteklasse IV hatte, es stank furchtbar, aber komischerweise voller Fische.....
