Servus
Wenn ich so an meine Kinder und Schulzeit zurück denke, so blieb mir eine Gegebenheit immer in Erinnerung.
Mein Vater arbeitete in der Ennser Zuckerfabrik (sie wurde in den 80ern geschlossen), und wir wohnten in einen der Wohnblöcke die die Zuckerfabrik für ihre Arbeiter errichtete.
Es war noch die Zeit mit Schwarz Weiß Fernseher und 1/4 Telefonanschluss, und so war eines in Hülle und Fülle vorhanden, nämlich Freizeit.
Und so war es, das fast jeden Samstag Vormittag von Frühling bis in den Herbst einige Erwachsene an die Donau mit dem Fahrrad gefahren sind um zu angeln.
Wir Kinder durften sie damals begleiten, aber nur die, die schon schwimmen konnten, den uns fiel immer ein Blödsinn ein, der nicht selten mit einem Wasserbad endete.
Mit der Holzzille an den sogenannten Spitz gerudert, gestaltete sich das Angeln dann folgender ma0en.
Es wurde immer "gestoppelt", ein jeder fischte nur mit einer Angel, an der als Pose meistens eine Stachelschweinborste befestigt war.
Befischt wurden nur Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Blaunasen usw. ein allzu gro0er Fisch dabei war gar nicht gern gesehen, den der passte dann nicht auf den Holzspieß für das "Steckerfisch" grillen.
Zu Mittag wurde zusammengeräumt, und es ging wieder nach Hause.
Im nahegelegen Bach wurde der Fang geschuppt und ausgenommen, um sie dann auf die vorbereitenden und gewässerten Holzstecken zu spießen.
Einer hat in der Zwischenzeit die lange selbstgemachte Eisenkonstruktion mit Holz angefeuert, und die Fische wurden nach dem würzen auf den Griller aufgelegt.
Eine ganz wichtige Sache war die Verwendung von "Mosttrebern" nämlich die gepressten und getrockneten Rückstande vom Mostpressen.
Und nur der geschulte "Chef" konnte entscheiden ob mehr Apfel oder Birnen "Trebern" verwendet werden.
Da die Fische oft mehr oder weniger stark gewürzt waren, bekamen die Erwachsenen mächtig Durst, der mit Bier gelöscht wurde.
Und nicht selten holte einer eine Ziehharmonika und es wurde gesungen und gelacht bis in die Nacht hinein.
Im Rückblick miss ich sagen, ich habe nie wieder so gute Steckerlfische gegessen habe, wie damals. Da gab es auch noch entlang der Donau von Mauthausen nach Linz etliche Steckerlfisch Bratereien die noch mit Donaufischen gegrillt haben.
Aber die wurden immer weniger, und mit den Makrelen war die Zeit der "echten" Steckerlfische sowieso vorbei.
Petri aus Enns
Gesellige Fischgrillerei
- Kaindlau
- Moderator
- Beiträge: 4386
- Registriert: 06.03.2005, 18:36
- Revier/Gewässer: ÖFG Revier Wallsee/M
- Wohnort: Enns O/Ö
- Kontaktdaten:
Gesellige Fischgrillerei
Der vielleicht letzte klassische Ansitzangler Österreich`s
http://spazio3.com
http://spazio3.com
- Ragman
- Huchen
- Beiträge: 1430
- Registriert: 20.04.2006, 21:00
- Revier/Gewässer: wasser
- Wohnort: Villach / Kärnten
Re: Gesellige Fischgrillerei
Ich bin vor zwei Jahren, anläßlich eines Kuraufenthaltes in Bad Schallerbach, zu meinem ersten Steckerlfisch gekommen.
Bei einem meiner Ausflüge am Wochenende bin ich zum Photografieren an den Traunfall gefahren und dort in der Nähe gibt es einen Steckerlfischimbiß.
Ja, es war eine Makrele, aber die beste je von mir Genossene!
Nein, stimmt nicht - mein erster Steckerlfisch ist länger her - bei einem Besuch des Fischfestes in Feld am See/Kärnten. Dort gab es Renken als Steckerlfisch - das war auch sehr gut.
Bei einem meiner Ausflüge am Wochenende bin ich zum Photografieren an den Traunfall gefahren und dort in der Nähe gibt es einen Steckerlfischimbiß.
Ja, es war eine Makrele, aber die beste je von mir Genossene!
Nein, stimmt nicht - mein erster Steckerlfisch ist länger her - bei einem Besuch des Fischfestes in Feld am See/Kärnten. Dort gab es Renken als Steckerlfisch - das war auch sehr gut.
-
grusteve
- Brasse
- Beiträge: 201
- Registriert: 21.11.2016, 17:35
- Revier/Gewässer: Tschechien
- Wohnort: Enns
Re: Gesellige Fischgrillerei
Hans, mit diesem so netten Beitrag hast du meine Seele berührt, denn auch wir Bürschlein trieben uns- vermutlich ein paar Jahre vor dir- bevorzugt beim legendären "Spitz" herum, hier zweigte ein stehender Altarm vom rinnenden "Mitterwasser" ab, fischten dort begeistert und mein bester Freund und ich tauchten öfters auch nach Fischen. Darauf hatte uns der legendäre Karl H. gebracht. Der kam oft an schönen Sommertagen mit seiner Zille daher, befestigte sie an einem ins Wasser hängenden Ast , setzte seine Taucherbrille auf und glitt ins Wasser. Er blieb immer extrem lang unten und hatte dann meist einen oder zwei Fische in seiner Badehose eingezwickt und manchmal auch einen oder zwei in seinen Händen.
Da staunten wir zwei- und kauften uns auch eine Taucherbrille. Mit der Zeit waren wir dann sogar einigermaßen erfolgreich.
Dass diese Art von Fischerei nicht ganz astrein war, das kam uns gar nicht in den Sinn, wir hatten ja eine Fischerkarte, man kannte sich ja, es gab genug Fische und über den Ausnahmekönner Karl wurde in Fischerkreisen höchst respektvoll geredet. Ja und das Ganze ist mehr als sechzig Jahre her.
Die gefangenen Fische putzten wir teilweise gleich an Ort und Stelle und brieten sie als Steckerlfische- auch der Name "Spießbraten" war geläufig.
Ja, der "Spitz" und die mit ihm verbundenen Erlebnisse !!
Einmal krachte haarscharf neben mir eine riesige Weide samt ebenso riesigem Wurzelstock ins Wasser, sie war unterspült worden. Das war knapp.
Ein andermal kamen zwei ausgebrochene Sträflinge- leicht erkenntlich an ihrer khakifarbenen Sträflingskluft-in einer von ihnen gestohlenen Zille das Mitterwasser abwärts schiffend daher und nahmen mir meine Getränke ab. Ich war damals allein am Spitz und fürchtete mich dementsprechend.
Fische fing man dort eigentlich immer, keine Riesen aber recht ansehnliche Donaufische. In Erinnerung sind mir besonders die schönen, wohlschmeckenden "Seider", die Nerflinge, die häufig vorkommenden Barben und Aitel und es gab damals Unmengen an Gründlingen- nicht die lästigen Schwarzmundgrundeln. Von Rotäugeln, "Berschtlingen"-Flussbarsche- wollen wir gar nicht viel reden. Auch die Näslinge gab es in Massen.
Und heute? Das Gebiet ist so verwachsen, dass man mit der Zille dort gar nicht mehr hinkommen kann- zu Fuß im Sommer schon gar nicht.
Fische gibt es nach meinem Dafürhalten auch weit weniger, es ist alles recht verlandet.
LG Stefan (grusteve)
Da staunten wir zwei- und kauften uns auch eine Taucherbrille. Mit der Zeit waren wir dann sogar einigermaßen erfolgreich.
Dass diese Art von Fischerei nicht ganz astrein war, das kam uns gar nicht in den Sinn, wir hatten ja eine Fischerkarte, man kannte sich ja, es gab genug Fische und über den Ausnahmekönner Karl wurde in Fischerkreisen höchst respektvoll geredet. Ja und das Ganze ist mehr als sechzig Jahre her.
Die gefangenen Fische putzten wir teilweise gleich an Ort und Stelle und brieten sie als Steckerlfische- auch der Name "Spießbraten" war geläufig.
Ja, der "Spitz" und die mit ihm verbundenen Erlebnisse !!
Einmal krachte haarscharf neben mir eine riesige Weide samt ebenso riesigem Wurzelstock ins Wasser, sie war unterspült worden. Das war knapp.
Ein andermal kamen zwei ausgebrochene Sträflinge- leicht erkenntlich an ihrer khakifarbenen Sträflingskluft-in einer von ihnen gestohlenen Zille das Mitterwasser abwärts schiffend daher und nahmen mir meine Getränke ab. Ich war damals allein am Spitz und fürchtete mich dementsprechend.
Fische fing man dort eigentlich immer, keine Riesen aber recht ansehnliche Donaufische. In Erinnerung sind mir besonders die schönen, wohlschmeckenden "Seider", die Nerflinge, die häufig vorkommenden Barben und Aitel und es gab damals Unmengen an Gründlingen- nicht die lästigen Schwarzmundgrundeln. Von Rotäugeln, "Berschtlingen"-Flussbarsche- wollen wir gar nicht viel reden. Auch die Näslinge gab es in Massen.
Und heute? Das Gebiet ist so verwachsen, dass man mit der Zille dort gar nicht mehr hinkommen kann- zu Fuß im Sommer schon gar nicht.
Fische gibt es nach meinem Dafürhalten auch weit weniger, es ist alles recht verlandet.
LG Stefan (grusteve)
- Lupus
- Legende
- Beiträge: 9528
- Registriert: 19.03.2005, 10:58
- Revier/Gewässer: verschiedene
- Wohnort: Wien
Re: Gesellige Fischgrillerei
Als Junge haben wir es auch gemacht, am Ufer des Grundlsees mit Aiteln und haben gut geschmeckt. Und ja, Bier dazu.
Nur war ich beziehungsweise meine "Gang" NIE Typen für Ziehharmonikamusik......wir waren langhaarige "Rockerbanden" mit entsprechender Musik
Nur war ich beziehungsweise meine "Gang" NIE Typen für Ziehharmonikamusik......wir waren langhaarige "Rockerbanden" mit entsprechender Musik
- Kaindlau
- Moderator
- Beiträge: 4386
- Registriert: 06.03.2005, 18:36
- Revier/Gewässer: ÖFG Revier Wallsee/M
- Wohnort: Enns O/Ö
- Kontaktdaten:
Re: Gesellige Fischgrillerei
Servus Stefangrusteve hat geschrieben: 11.01.2026, 17:02 Hans, mit diesem so netten Beitrag hast du meine Seele berührt, denn auch wir Bürschlein trieben uns- vermutlich ein paar Jahre vor dir- bevorzugt beim legendären "Spitz" herum, hier zweigte ein stehender Altarm vom rinnenden "Mitterwasser" ab, fischten dort begeistert und mein bester Freund und ich tauchten öfters auch nach Fischen. Darauf hatte uns der legendäre Karl H. gebracht. Der kam oft an schönen Sommertagen mit seiner Zille daher, befestigte sie an einem ins Wasser hängenden Ast , setzte seine Taucherbrille auf und glitt ins Wasser. Er blieb immer extrem lang unten und hatte dann meist einen oder zwei Fische in seiner Badehose eingezwickt und manchmal auch einen oder zwei in seinen Händen.
Da staunten wir zwei- und kauften uns auch eine Taucherbrille. Mit der Zeit waren wir dann sogar einigermaßen erfolgreich.
Dass diese Art von Fischerei nicht ganz astrein war, das kam uns gar nicht in den Sinn, wir hatten ja eine Fischerkarte, man kannte sich ja, es gab genug Fische und über den Ausnahmekönner Karl wurde in Fischerkreisen höchst respektvoll geredet. Ja und das Ganze ist mehr als sechzig Jahre her.
Die gefangenen Fische putzten wir teilweise gleich an Ort und Stelle und brieten sie als Steckerlfische- auch der Name "Spießbraten" war geläufig.
Ja, der "Spitz" und die mit ihm verbundenen Erlebnisse !!
Einmal krachte haarscharf neben mir eine riesige Weide samt ebenso riesigem Wurzelstock ins Wasser, sie war unterspült worden. Das war knapp.
Ein andermal kamen zwei ausgebrochene Sträflinge- leicht erkenntlich an ihrer khakifarbenen Sträflingskluft-in einer von ihnen gestohlenen Zille das Mitterwasser abwärts schiffend daher und nahmen mir meine Getränke ab. Ich war damals allein am Spitz und fürchtete mich dementsprechend.
Fische fing man dort eigentlich immer, keine Riesen aber recht ansehnliche Donaufische. In Erinnerung sind mir besonders die schönen, wohlschmeckenden "Seider", die Nerflinge, die häufig vorkommenden Barben und Aitel und es gab damals Unmengen an Gründlingen- nicht die lästigen Schwarzmundgrundeln. Von Rotäugeln, "Berschtlingen"-Flussbarsche- wollen wir gar nicht viel reden. Auch die Näslinge gab es in Massen.
Und heute? Das Gebiet ist so verwachsen, dass man mit der Zille dort gar nicht mehr hinkommen kann- zu Fuß im Sommer schon gar nicht.
Fische gibt es nach meinem Dafürhalten auch weit weniger, es ist alles recht verlandet.
LG Stefan (grusteve)
Danke dafür das du deine Erfahrungen hier auch einbringst.
Ja der legendäre Karl H., ein Urviech die Donau betreffend, Angler. Taubelfischer. Zillenfischer . Steckerlfischbrater, Fährmann usw.
Ich habe ihn erst im Sommer wieder einmal getroffen, und etwas geplaudert. Er kann sich nicht mehr auf alles erinnern, ist ganz schlecht mit den Beinen beinander, und darf nicht mehr mit dem Auto fahren.
Bezüglich dem Fischen mit den Händen habe ich auch Erfahrung damit. Wir nannten das "gspirln" von spüren unter den unterspülten Weiden und Eschenbäumen.
Ins Wasser gestiegen, hingehockt, und dann mit den Händen so lange hin und her "gefühlt" bis man einen Fisch erfühlt hat, energischer Zugriff und mit Schwung auf die Wiese befördert.
Erstaunlicher Weise hielten Fische immer still, man konnte sie quasi streicheln.
Erst als ich einmal etwas pelziges (wahrscheinlich eine Bisamratte) in den Händen fühlte, bin ich sehr erschrocken, und habe diese "Fangart" eine Zeitlang nicht mehr ausgeführt.
Petri aus Enns
Der vielleicht letzte klassische Ansitzangler Österreich`s
http://spazio3.com
http://spazio3.com
-
grusteve
- Brasse
- Beiträge: 201
- Registriert: 21.11.2016, 17:35
- Revier/Gewässer: Tschechien
- Wohnort: Enns
Re: Gesellige Fischgrillerei
Liebe Forumskollegen seid doch bitte ein bisschen nachsichtig mit uns zwei, wenn wir da so vom Spitz, vom Mitterwasser, vom legendären Karl, usw. schwärmen. Für Außenstehende wird das vermutlich etwas langweilig sein.Kaindlau hat geschrieben: 12.01.2026, 16:37 Ja der legendäre Karl H., ein Urviech die Donau betreffend, Angler. Taubelfischer. Zillenfischer . Steckerlfischbrater, Fährmann usw.
Ich habe ihn erst im Sommer wieder einmal getroffen, und etwas geplaudert. Er kann sich nicht mehr auf alles erinnern, ist ganz schlecht mit den Beinen beinander, und darf nicht mehr mit dem Auto fahren.
Bezüglich dem Fischen mit den Händen habe ich auch Erfahrung damit. Wir nannten das "gspirln" von spüren unter den unterspülten Weiden und Eschenbäumen.
Ins Wasser gestiegen, hingehockt, und dann mit den Händen so lange hin und her "gefühlt" bis man einen Fisch erfühlt hat, energischer Zugriff und mit Schwung auf die Wiese befördert.
Erstaunlicher Weise hielten Fische immer still, man konnte sie quasi streicheln.
Erst als ich einmal etwas pelziges (wahrscheinlich eine Bisamratte) in den Händen fühlte, bin ich sehr erschrocken, und habe diese "Fangart" eine Zeitlang nicht mehr ausgeführt.
Petri aus Enns
Und trotzdem muss ich noch etwas dazu unken. Das vom Hans angesprochene "Gspirln" hat es mir angetan. Wir nannten es "Stockgreifen" aber "Gspirln" ist eindeutig besser. Man musste da wirklich mit Gefühl "in den Stock hineingreifen" und den Fisch spüren. Ja und einmal griff einer von uns auf einen toten Fuchs, den es da hineingespült hatte. Das war etwas grauslich, getoppt nur vom Griff auf eine respektable Ringelnatter, die zwar nicht giftig ist aber doch auch etwas zubeißen kann.
Vielleicht findet noch jemand einen Aspekt, der für alle etwas bietet?
LG Stefan(grusteve