Gesellige Fischgrillerei

Antworten
Benutzeravatar
Kaindlau
Moderator
Beiträge: 4390
Registriert: 06.03.2005, 18:36
Revier/Gewässer: ÖFG Revier Wallsee/M
Wohnort: Enns O/Ö
Kontaktdaten:

Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Kaindlau »

Servus

Wenn ich so an meine Kinder und Schulzeit zurück denke, so blieb mir eine Gegebenheit immer in Erinnerung.

Mein Vater arbeitete in der Ennser Zuckerfabrik (sie wurde in den 80ern geschlossen), und wir wohnten in einen der Wohnblöcke die die Zuckerfabrik für ihre Arbeiter errichtete.
Es war noch die Zeit mit Schwarz Weiß Fernseher und 1/4 Telefonanschluss, und so war eines in Hülle und Fülle vorhanden, nämlich Freizeit.
Und so war es, das fast jeden Samstag Vormittag von Frühling bis in den Herbst einige Erwachsene an die Donau mit dem Fahrrad gefahren sind um zu angeln.
Wir Kinder durften sie damals begleiten, aber nur die, die schon schwimmen konnten, den uns fiel immer ein Blödsinn ein, der nicht selten mit einem Wasserbad endete.
Mit der Holzzille an den sogenannten Spitz gerudert, gestaltete sich das Angeln dann folgender ma0en.
Es wurde immer "gestoppelt", ein jeder fischte nur mit einer Angel, an der als Pose meistens eine Stachelschweinborste befestigt war.
Befischt wurden nur Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Blaunasen usw. ein allzu gro0er Fisch dabei war gar nicht gern gesehen, den der passte dann nicht auf den Holzspieß für das "Steckerfisch" grillen.
Zu Mittag wurde zusammengeräumt, und es ging wieder nach Hause.
Im nahegelegen Bach wurde der Fang geschuppt und ausgenommen, um sie dann auf die vorbereitenden und gewässerten Holzstecken zu spießen.
Einer hat in der Zwischenzeit die lange selbstgemachte Eisenkonstruktion mit Holz angefeuert, und die Fische wurden nach dem würzen auf den Griller aufgelegt.
Eine ganz wichtige Sache war die Verwendung von "Mosttrebern" nämlich die gepressten und getrockneten Rückstande vom Mostpressen.
Und nur der geschulte "Chef" konnte entscheiden ob mehr Apfel oder Birnen "Trebern" verwendet werden.

Da die Fische oft mehr oder weniger stark gewürzt waren, bekamen die Erwachsenen mächtig Durst, der mit Bier gelöscht wurde.
Und nicht selten holte einer eine Ziehharmonika und es wurde gesungen und gelacht bis in die Nacht hinein.

Im Rückblick miss ich sagen, ich habe nie wieder so gute Steckerlfische gegessen habe, wie damals. Da gab es auch noch entlang der Donau von Mauthausen nach Linz etliche Steckerlfisch Bratereien die noch mit Donaufischen gegrillt haben.
Aber die wurden immer weniger, und mit den Makrelen war die Zeit der "echten" Steckerlfische sowieso vorbei.

Petri aus Enns
Der vielleicht letzte klassische Ansitzangler Österreich`s
http://spazio3.com
Benutzeravatar
Ragman
Huchen
Beiträge: 1433
Registriert: 20.04.2006, 21:00
Revier/Gewässer: wasser
Wohnort: Villach / Kärnten

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Ragman »

Ich bin vor zwei Jahren, anläßlich eines Kuraufenthaltes in Bad Schallerbach, zu meinem ersten Steckerlfisch gekommen.

Bei einem meiner Ausflüge am Wochenende bin ich zum Photografieren an den Traunfall gefahren und dort in der Nähe gibt es einen Steckerlfischimbiß.

Ja, es war eine Makrele, aber die beste je von mir Genossene!


Nein, stimmt nicht - mein erster Steckerlfisch ist länger her - bei einem Besuch des Fischfestes in Feld am See/Kärnten. Dort gab es Renken als Steckerlfisch - das war auch sehr gut.
grusteve
Brasse
Beiträge: 201
Registriert: 21.11.2016, 17:35
Revier/Gewässer: Tschechien
Wohnort: Enns

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von grusteve »

Hans, mit diesem so netten Beitrag hast du meine Seele berührt, denn auch wir Bürschlein trieben uns- vermutlich ein paar Jahre vor dir- bevorzugt beim legendären "Spitz" herum, hier zweigte ein stehender Altarm vom rinnenden "Mitterwasser" ab, fischten dort begeistert und mein bester Freund und ich tauchten öfters auch nach Fischen. Darauf hatte uns der legendäre Karl H. gebracht. Der kam oft an schönen Sommertagen mit seiner Zille daher, befestigte sie an einem ins Wasser hängenden Ast , setzte seine Taucherbrille auf und glitt ins Wasser. Er blieb immer extrem lang unten und hatte dann meist einen oder zwei Fische in seiner Badehose eingezwickt und manchmal auch einen oder zwei in seinen Händen.
Da staunten wir zwei- und kauften uns auch eine Taucherbrille. Mit der Zeit waren wir dann sogar einigermaßen erfolgreich.
Dass diese Art von Fischerei nicht ganz astrein war, das kam uns gar nicht in den Sinn, wir hatten ja eine Fischerkarte, man kannte sich ja, es gab genug Fische und über den Ausnahmekönner Karl wurde in Fischerkreisen höchst respektvoll geredet. Ja und das Ganze ist mehr als sechzig Jahre her.
Die gefangenen Fische putzten wir teilweise gleich an Ort und Stelle und brieten sie als Steckerlfische- auch der Name "Spießbraten" war geläufig.
Ja, der "Spitz" und die mit ihm verbundenen Erlebnisse !!
Einmal krachte haarscharf neben mir eine riesige Weide samt ebenso riesigem Wurzelstock ins Wasser, sie war unterspült worden. Das war knapp.
Ein andermal kamen zwei ausgebrochene Sträflinge- leicht erkenntlich an ihrer khakifarbenen Sträflingskluft-in einer von ihnen gestohlenen Zille das Mitterwasser abwärts schiffend daher und nahmen mir meine Getränke ab. Ich war damals allein am Spitz und fürchtete mich dementsprechend.
Fische fing man dort eigentlich immer, keine Riesen aber recht ansehnliche Donaufische. In Erinnerung sind mir besonders die schönen, wohlschmeckenden "Seider", die Nerflinge, die häufig vorkommenden Barben und Aitel und es gab damals Unmengen an Gründlingen- nicht die lästigen Schwarzmundgrundeln. Von Rotäugeln, "Berschtlingen"-Flussbarsche- wollen wir gar nicht viel reden. Auch die Näslinge gab es in Massen.
Und heute? Das Gebiet ist so verwachsen, dass man mit der Zille dort gar nicht mehr hinkommen kann- zu Fuß im Sommer schon gar nicht.
Fische gibt es nach meinem Dafürhalten auch weit weniger, es ist alles recht verlandet.
LG Stefan (grusteve)
Benutzeravatar
Lupus
Legende
Beiträge: 9547
Registriert: 19.03.2005, 10:58
Revier/Gewässer: verschiedene
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Lupus »

Als Junge haben wir es auch gemacht, am Ufer des Grundlsees mit Aiteln und haben gut geschmeckt. Und ja, Bier dazu.

Nur war ich beziehungsweise meine "Gang" NIE Typen für Ziehharmonikamusik......wir waren langhaarige "Rockerbanden" mit entsprechender Musik 8)
Benutzeravatar
Kaindlau
Moderator
Beiträge: 4390
Registriert: 06.03.2005, 18:36
Revier/Gewässer: ÖFG Revier Wallsee/M
Wohnort: Enns O/Ö
Kontaktdaten:

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Kaindlau »

grusteve hat geschrieben: 11.01.2026, 17:02 Hans, mit diesem so netten Beitrag hast du meine Seele berührt, denn auch wir Bürschlein trieben uns- vermutlich ein paar Jahre vor dir- bevorzugt beim legendären "Spitz" herum, hier zweigte ein stehender Altarm vom rinnenden "Mitterwasser" ab, fischten dort begeistert und mein bester Freund und ich tauchten öfters auch nach Fischen. Darauf hatte uns der legendäre Karl H. gebracht. Der kam oft an schönen Sommertagen mit seiner Zille daher, befestigte sie an einem ins Wasser hängenden Ast , setzte seine Taucherbrille auf und glitt ins Wasser. Er blieb immer extrem lang unten und hatte dann meist einen oder zwei Fische in seiner Badehose eingezwickt und manchmal auch einen oder zwei in seinen Händen.
Da staunten wir zwei- und kauften uns auch eine Taucherbrille. Mit der Zeit waren wir dann sogar einigermaßen erfolgreich.
Dass diese Art von Fischerei nicht ganz astrein war, das kam uns gar nicht in den Sinn, wir hatten ja eine Fischerkarte, man kannte sich ja, es gab genug Fische und über den Ausnahmekönner Karl wurde in Fischerkreisen höchst respektvoll geredet. Ja und das Ganze ist mehr als sechzig Jahre her.
Die gefangenen Fische putzten wir teilweise gleich an Ort und Stelle und brieten sie als Steckerlfische- auch der Name "Spießbraten" war geläufig.
Ja, der "Spitz" und die mit ihm verbundenen Erlebnisse !!
Einmal krachte haarscharf neben mir eine riesige Weide samt ebenso riesigem Wurzelstock ins Wasser, sie war unterspült worden. Das war knapp.
Ein andermal kamen zwei ausgebrochene Sträflinge- leicht erkenntlich an ihrer khakifarbenen Sträflingskluft-in einer von ihnen gestohlenen Zille das Mitterwasser abwärts schiffend daher und nahmen mir meine Getränke ab. Ich war damals allein am Spitz und fürchtete mich dementsprechend.
Fische fing man dort eigentlich immer, keine Riesen aber recht ansehnliche Donaufische. In Erinnerung sind mir besonders die schönen, wohlschmeckenden "Seider", die Nerflinge, die häufig vorkommenden Barben und Aitel und es gab damals Unmengen an Gründlingen- nicht die lästigen Schwarzmundgrundeln. Von Rotäugeln, "Berschtlingen"-Flussbarsche- wollen wir gar nicht viel reden. Auch die Näslinge gab es in Massen.
Und heute? Das Gebiet ist so verwachsen, dass man mit der Zille dort gar nicht mehr hinkommen kann- zu Fuß im Sommer schon gar nicht.
Fische gibt es nach meinem Dafürhalten auch weit weniger, es ist alles recht verlandet.
LG Stefan (grusteve)
Servus Stefan

Danke dafür das du deine Erfahrungen hier auch einbringst.
Ja der legendäre Karl H., ein Urviech die Donau betreffend, Angler. Taubelfischer. Zillenfischer . Steckerlfischbrater, Fährmann usw.
Ich habe ihn erst im Sommer wieder einmal getroffen, und etwas geplaudert. Er kann sich nicht mehr auf alles erinnern, ist ganz schlecht mit den Beinen beinander, und darf nicht mehr mit dem Auto fahren.

Bezüglich dem Fischen mit den Händen habe ich auch Erfahrung damit. Wir nannten das "gspirln" von spüren unter den unterspülten Weiden und Eschenbäumen.
Ins Wasser gestiegen, hingehockt, und dann mit den Händen so lange hin und her "gefühlt" bis man einen Fisch erfühlt hat, energischer Zugriff und mit Schwung auf die Wiese befördert.
Erstaunlicher Weise hielten Fische immer still, man konnte sie quasi streicheln. :D

Erst als ich einmal etwas pelziges (wahrscheinlich eine Bisamratte) in den Händen fühlte, bin ich sehr erschrocken, und habe diese "Fangart" eine Zeitlang nicht mehr ausgeführt.

Petri aus Enns
Der vielleicht letzte klassische Ansitzangler Österreich`s
http://spazio3.com
grusteve
Brasse
Beiträge: 201
Registriert: 21.11.2016, 17:35
Revier/Gewässer: Tschechien
Wohnort: Enns

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von grusteve »

Kaindlau hat geschrieben: 12.01.2026, 16:37 Ja der legendäre Karl H., ein Urviech die Donau betreffend, Angler. Taubelfischer. Zillenfischer . Steckerlfischbrater, Fährmann usw.
Ich habe ihn erst im Sommer wieder einmal getroffen, und etwas geplaudert. Er kann sich nicht mehr auf alles erinnern, ist ganz schlecht mit den Beinen beinander, und darf nicht mehr mit dem Auto fahren.

Bezüglich dem Fischen mit den Händen habe ich auch Erfahrung damit. Wir nannten das "gspirln" von spüren unter den unterspülten Weiden und Eschenbäumen.
Ins Wasser gestiegen, hingehockt, und dann mit den Händen so lange hin und her "gefühlt" bis man einen Fisch erfühlt hat, energischer Zugriff und mit Schwung auf die Wiese befördert.
Erstaunlicher Weise hielten Fische immer still, man konnte sie quasi streicheln.

Erst als ich einmal etwas pelziges (wahrscheinlich eine Bisamratte) in den Händen fühlte, bin ich sehr erschrocken, und habe diese "Fangart" eine Zeitlang nicht mehr ausgeführt.

Petri aus Enns
Liebe Forumskollegen seid doch bitte ein bisschen nachsichtig mit uns zwei, wenn wir da so vom Spitz, vom Mitterwasser, vom legendären Karl, usw. schwärmen. Für Außenstehende wird das vermutlich etwas langweilig sein.
Und trotzdem muss ich noch etwas dazu unken. Das vom Hans angesprochene "Gspirln" hat es mir angetan. Wir nannten es "Stockgreifen" aber "Gspirln" ist eindeutig besser. Man musste da wirklich mit Gefühl "in den Stock hineingreifen" und den Fisch spüren. Ja und einmal griff einer von uns auf einen toten Fuchs, den es da hineingespült hatte. Das war etwas grauslich, getoppt nur vom Griff auf eine respektable Ringelnatter, die zwar nicht giftig ist aber doch auch etwas zubeißen kann.
Vielleicht findet noch jemand einen Aspekt, der für alle etwas bietet?
LG Stefan(grusteve
Liesel9
Köderfisch
Beiträge: 1
Registriert: 22.01.2026, 14:14

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Liesel9 »

Ah, ich kann total nachvollziehen, was ihr beschreibt ! Ich habe als Kind auch mal diese Art Handfischen ausprobiert, wir nannten es einfach „tasten“ im Fluss. Man spürt die Fische zwischen den Fingern gleiten, das ist richtig aufregend und fast magisch bis man auf etwas Unerwartetes stößt… bei mir war es ein riesiger Frosch, ich bin direkt zurückgesprungen . Aber genau das macht die Aktivität so unvergesslich!
Benutzeravatar
Lupus
Legende
Beiträge: 9547
Registriert: 19.03.2005, 10:58
Revier/Gewässer: verschiedene
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Lupus »

Komisch, mich hatte das Fische fangen mit der Hand nie gereizt.
Für mich war es von Anfang an so, dass ich einen Fisch an der Rute spüren muss, das durch den Fluss waten und mich bücken und in Löcher hineingreifen, hatte mich persönlich nicht gelockt, aber das ist mein persönliches Empfinden.
Für mich musste es immer der Moment sein, wo der Schwimmer zu zucken beginnt, abtaucht, und diese unglaubliche Spannung und dann dieses Gefühl, den Fisch an der Angel zu spüren. Genauso beim Spinnfischen, beim Fliegenfischen.
Ich scheine ausschließlich "für´s Angeln geboren worden zu sein" (was die Fischerei betrifft) :wink:
Pivaro
Köderfisch
Beiträge: 1
Registriert: 26.01.2026, 16:44

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Pivaro »

Toller Bericht! Ich liebe die Idee des „Gspirln“ oder Handangelns, das vermittelt wirklich das Gefühl, mit dem Fluss und den Fischen verbunden zu sein :danke: :up2:
TheCK
Technischer Administrator
Beiträge: 1896
Registriert: 05.11.2011, 22:51
Revier/Gewässer: -

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von TheCK »

Da werden Kindheitserinnerungen wach :D

Vor vielen, vielen Jahren verbrachten wir im Sommer immer zwei Wochen am Wolfgangsee in einer Unterkunft mit Steg und gleich neben der Schiffsanlegestelle.
Einmal, ich war damals zwischen 10 und 12 Jahre alt, war unter den Gästen auch ein junger Fischer, gerade mal erwachsen, aber schon relativ erfahren. Und wie es sich für einen Fischer gehört, hatte er auch jede Menge Ausrüstung dabei. Weit mehr, als man für sich alleine brauchen würde.
So kam es, dass wir Kinder die Möglichkeit hatten, mitzufischen. Über die rechtlichen Rahmenbedingungen machten wir uns damals keine Gedanken und heute ist die Sache zum Glück schon verjährt :lol:
Mit Teleskopruten, dicker Mono-Schnur, relativ großem Haken und Maden sowie Maiskörnern machten wir uns ans Werk. Die Eltern waren froh, ausnahmsweise nicht für die Bespaßung des Nachwuchses zuständig zu sein und gaben sogar den ein oder anderen Motivationskommentar in Form von "Fangt mal was Schönes, damit wir am Abend was zu Essen haben!" zum Besten.

Nun ja, wir waren ja alle mal in dem Alter und wissen: solche Herausforderungen spornen zu Höchstleistungen an.
Am "heimischen" Steg war der Fangerfolg überschaubar. Bis auf ein paar winzige Weißfische und den ein oder anderen Mini-Barsch ließ sich nichts zum Biss überreden.
Den etwas älteren Jugendlichen verloren langsam die Lust am Warten und suchten nach mehr Spannung und Adrenalin. Also liefen sie zur Schiffsanlegestelle und sprangen hinter dem gerade ablegenden Linienschiff ins Wasser. Damals war die Anlegestelle noch frei zugänglich und die Schiffskapitäne gaben beim Losfahren volle Leistung. Dies führte dazu, dass man von der entstehenden Strömung bis fast vor den "heimischen" Steg getrieben wurde.
Wieder am Steg angekommen, meldeten die Springer noch eine Entdeckung: direkt an der Anlegestelle befand sich ein Schwarm größerer Fische.
Kein Wunder, denn dort verbrachten die auf das Schiff wartenden Personen ihre Zeit gerne mit dem Füttern der Enten und Schwäne.
Diese Chance wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so setzten sich 8 Kinder, bewaffnet mit Teleskopruten und zwei Keschern in Bewegung und versuchten ihr Glück.
Schon nach wenigen Minuten gab es die ersten Bisse von "großen" Fischen. Der fachkundige Jungangler identifizierte sie sofort: wir waren auf einen Schwarm Brachsen gestoßen!
Bei so viel Fisch war klar: wir können den Auftrag unserer Eltern erfüllen! Zur Sicherheit wurde vorher nochmal kurz nachgefragt, ob das denn auch ernst gemeint war. Dies war zwar eigentlich nicht der Fall gewesen, bei so viel Motivation und 16 begeisterten Kinderaugen fiel es den Erwachsenen aber schwer, aus der Sache wieder herauszukommen. Also wurde für den Abend ein großes Fisch-Grillen eingeplant.

Hochmotiviert von den ersten Erfolgen machten wir uns an der Anlegestelle an die Arbeit. Eine nach der Anderen wurde an Land geholt und schon bald hatten wir etwa 20 Fische gefangen. Mit ein paar helfenden Händen wurden die Fische ausgenommen und für den Griller vorbereitet.
Auf der Liegewiese wurden Tische und Sessel vorbereitet, Salate zusammengestellt, Beilagen organisiert und irgendjemand hatte sogar für kalte Getränke gesorgt.
Glücklicherweise verfügte die Unterkunft über entsprechend große Griller und so konnten jeweils zehn Fische gleichzeitig zubereitet werden.
Alle waren begeistert und zufrieden mit dem überraschenden Abendessen. Die gesellige Runde blieb noch bis tief in die Nacht sitzen und alle hatten Spaß. Und bei mir sorgte dieser Tag für eine bleibende Erinnerung!
LG
Chris
Benutzeravatar
Lupus
Legende
Beiträge: 9547
Registriert: 19.03.2005, 10:58
Revier/Gewässer: verschiedene
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Gesellige Fischgrillerei

Beitrag von Lupus »

Hallo Chris !

Das sind wunderbare Erinnerungen an die Kindheit frühe Jugend.
Sie sind in vielen Bereichen sehr ähnlich meinen Erinnerungen:
Wir verbrachten mit meinen Eltern unsere Sommerurlaube auch im Salzkammergut, aber am Grundlsee.
Auch dort fischten wir von den Anlegestellen des "Dampfers" und dort auch waren die "großen Fische", nämlich da der Grundlsee natürlich viel höher liegt und kälter ist, keine Brassen, die gibts dort nicht, sondern Döbel.

Deshalb beschränkte sich das Steckerlfisch-Essen auf Döbel. Wir haben sie vorher geschröpft, das hatte uns ein älterer oberösterreichischer Urlaubsfischer erklärt.

Die Ausrüstungen waren sehr ähnlich den Eurigen. Also auch so Teleskopgaat´n und viel zu dickes Peryl.

Nur war damals zum Beispiel Dosenmais noch unbekannt, bez. nur als absolutes Novum "von de Amerigana" in gehobenen Delikatessengeschäften vielleicht wie beim "Meindl am Graben" :shock: um viel Geld :lol:

Der Standardköder in meiner frühen Jugend waren Brotkugerln.

Weil Du von etwas sprichst, was "verjährt" ist.

Also da haben wir mal was ganz was SCHLIMMES gemacht, ich schäme mich heute noch dafür, und dass ich nur in die Sache hineingeratener Mittäter nach § 12 StGB :lol: war, entschuldigt bekanntermaßen nicht, auch wenn ich entweder noch nicht strafmündig oder ein Fall für das JGG gewesen wäre :lol:

Also: Wir waren da so eine Bagage von 13-15 jährigen langhaarigen, fetzenjeanstragenden Hallodris, und da "Haltung" (also ned wia a Streber aussehen :lol: sondern lange "Federn" haben und gegen das System rebellieren) völkerverbindend war, gab es auch keine Animositäten zwischen Piefke und die "unsrigen", weil die Piefke die wir uns ausgesucht haben, uns punkto Langhaarigkeit, Saufen und Tschicken und bad boys sein, sogar noch übertragen 8) .

Und als wir da einmal in aller Herrgottsfrüh (leicht alkoholumnebelt von Bier und womöglich sogar schon Stamperln, weil kein Wirt hat sich um ein Jugendschutzgesetz gschissen wenn er einen Umsatz macht, solang man nicht im Lokal gespieben hat :lol: ), also was sahen wir dort beim Strandbuffet: Da lag eine Kiste mit Bratwürsten, die geliefert worden waren und dort hingestellt wurden, weil das Buffett noch zu hatte. Und weil die Kiste da so leer und verlassen da stand und niemand in der Nähe war, fladerten wir ich glaube sogar 20 Stück von die Bratwürscht´ und grillten dann am Abend statt Steckerlfisch die Bratwürste. Waren ehrlich gesagt auch besser als jeder Steckerlfisch.

Irgendwie scheint mein Styling von damals ziemlich bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben, denn lange Haare und zerfetzte Jeans hab ich heut auch noch.
Nur trinken tu ich keinen Alk mehr, rauchen tu ich nur mehr nach einer Mahlzeit, und weder Fisch noch Fleisch oder andere Tierprodukte esse ich. Fladern tu ich auch nicht mehr, aber so vom Typ her hab ich mich gar ned sehr verändert, und scheine starke Gene zu haben, denn zumindest an meinen jüngsten Sohn habe ich sie weitergegeben, der schaut aus wie ich, verhält sich so wie ich (nur dass er .... so wie ich in seinem Alter noch heftig tschickt, sauft, aber auch vegan ist).

Der hat übrigens, ohne mein Zutun oder meine Ermunterung, am selben Urlaubsort als er so alt war wie ich damals, also 13,14 genau dasselbe gemacht. Oder noch Schlimmeres :lol: . Jedenfalls hat er auch kräftig schwarz gefischt. Der Unterschied nämlich war, dass bei unter 14 damals die "Kinderkarte" einfach nur weniger kostete und man statt Schleppen nur vom Ufer fischen durfte, aber Forellen und Saiblinge durfte man genauso befischen. Heute gibts dort für die Kinder nur mehr eine "Barschkarte" (ich sage lieber "Arschkarte") mit der sie NUR AUF BARSCH fischen dürfen, und nicht auf Salmoniden..... . Ah, gilt auch für Erwachsene: Dürfen nur "auf Barsch oder Hecht" fischen. gezieltes Fischen auf Salmoniden in jenem See verboten. A so a Schaaas :lol:
Antworten

Zurück zu „Wie es früher war“