Spinnrute

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korsikaphil
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Re: Spinnrute

Beitrag von korsikaphil »

Es gibt im Prinzip zwei Methoden wie man einen Gummifisch am Bleikopf fischen kann.

Zunächst das von Jörg Strehlow publik gemachte Faulenzen. Dabei wird die Rute passiv gehalten und der Köder ausschließlich mit der Rolle bewegt:

https://www.doctor-catch.com/de/raubfis ... nderangeln

Beim Original-Faulenzen wird die Rute abgesenkt. Man konzentriert sich auf die Absinkphase und beobachtet in dieser Phase die Schnur.
Zusätzlich kann man die Schnur über den Zeigefinger laufen lassen:



Für das Original-Faulenzen ist keine besondere Rutenaktion erforderlich bzw. man kann die Rute ganz nach den persönlichen Vorlieben auswählen.
Durch die abgesenkte Rutenhaltung kann man beim Anhieb voll durchziehen und auch mit einer weichen Rute den Haken setzen.

Strehlow hat die Methode um eine Variante mit steil angehobener Rute ergänzt. Die war zunächst für den Nahbereich, für seichte Gewässer und für windiges Wetter gedacht, hat sich aber bei vielen zum Standard gemausert.

Man beachte wie sich seine Rutenspitze beim Ankurbeln verhält:



Der zweite Weg den Gummifisch zu bewegen ist das Jiggen:

https://www.doctor-catch.com/de/raubfis ... tig-jiggen

Dabei wird der Jig mit einer schnellen Bewegung der Rute beschleunigt. Viele "Jigger" bevorzugen brettharte Ruten mit denen sie den Köder möglichst direkt und verzögerungslos "anjiggen" können. Die Köderführung beim Jiggen ist aggressiver, und die Bisse sind es meistens auch.

Zusammenfassung:

Faulenzen ist was anderes als Jiggen. Beim Jiggen wird mit der Rute mehr oder weniger wild herumgefuchtelt und ein aggressiver Biss provoziert.
Schwere Bleiköpfe stören dabei nicht. Im Gegenteil, schwere Köpfe verbessern den Kontakt und schlagen hart auf dem Boden auf. Das reizt die Fische.

Für das passive Faulenzen mit steil erhobener Rute ist das für das Jiggen nachgefragte Gerät jedoch oft grenzwertig. Denn letzteres ähnelt eher den Finesse-Methoden. Jiggen ist darüber hinaus technisch anspruchsvoller und schwieriger zu erlernen.
Jo67 hat geschrieben: 14.11.2025, 14:06sobald es dunkel wird und ich die Schnur nicht beobachten kann spüre ich genau gar nichts im Blank. (...) mit meiner Lieblingsköder Zander und Hecht, die wurde mir von meinem Tackledealer empfohlen ,spürt man weder das aufsetzen des Köders am Grund und die Rutenspitze bewegt sich auch nicht.
So wie du deine Rute beschreibst, bist du wohl eher ein Anhänger des Jiggens. Dann bleib auch dabei und versuch dich nicht an irgendwelchen Rutenstellungen :wink:

Viele Grüße
Jo67
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Re: Spinnrute

Beitrag von Jo67 »

Hallo korsikaphil,
fische eigentlich wie am zweiten Video gezeigt, nur erkenne ich bei den niedrigen Ködergewichten kein Entspannen der Rutenspitze, was für mich wichtig wäre, deswegen war meine Frage ob ich das mit einer Rute mit 7-28 gr., sehen würde, wenn man es nicht mit einer Rute mit 10-50 gr sieht, und spürt.
Natürlich leuchtet mir die Antwort von Regus ein und akzeptiere voll und ganz , das die Rute wahrscheinlich nicht Großfischtauglich ist.
Will aber auch nicht € 400.-- ausgeben das ist es mir nicht wert.

LG Josef
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Bienentanz
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Re: Spinnrute

Beitrag von Bienentanz »

Will aber auch nicht € 400.-- ausgeben das ist es mir nicht wert.
Dann bei dem bleiben was hast und dich zurecht finden ;)
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korsikaphil
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Re: Spinnrute

Beitrag von korsikaphil »

Jo67 hat geschrieben: 18.11.2025, 11:41 Hallo korsikaphil,
fische eigentlich wie am zweiten Video gezeigt
Das dachte ich mir schon :roll:
Bienentanz hat geschrieben: 18.11.2025, 11:45
Will aber auch nicht € 400.-- ausgeben das ist es mir nicht wert.
Dann bei dem bleiben was hast und dich zurecht finden ;)
Genau so :good post:

Eigentlich sollte man das Gerät an den Anwender anpassen. Da du deinem Tackledealer aber wohl nicht genau beschrieben hast was du vorhast, bleibt dir jetzt nur dich bzw. deine Angelei ans Gerät anzupassen.

Wenn du leichte Köpfe mit deiner Rute nicht spürst und dswg. nicht mit hochgestellter Rute faulenzen kannst, dann ist das eben so. Verwende die Rute so wie sie gedacht ist, nimm einen schweren Kopf und fang an zu jiggen! Oder bleib bei den leichten Köpfen, und angle so wie im ersten Video mit Finger an der Schnur wenn es die Strömung zulässt. Problem gelöst.
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OHKW
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Re: Spinnrute

Beitrag von OHKW »

Grad wenn Strömung kein Thema ist, kann man das Gerät eigentlich zu 100% am Köder anpassen. Wenn die Rutenspitze beim 8g Jig mit dem Zanderkauli mit eher kleinem Schaufelschwanz in der Absinkphase überhaupt gar nichts macht, dann ist die das Brett schlicht und ergreifend zu hart.

Wenn ich es nicht vor Ort sehe ist es nicht so einfach exakt die richtigen Tipps zu geben. Wie sieht es mit Wassertiefe, Schnur/Vorfach, Wurfweite aus?

Btw: Diese Unterscheidung von "Faulenzen" und Jiggen existiert eigentlich nur in der deutschsprachigen Angelkultur. Der Rest der Welt macht sich da scheinbar deutlich weniger Kopf darüber ob man den Köder jetzt in größeren oder kleineren Sprüngen über den Grund hüpfen lässt, man variiert einfach so wie es passt. Muss auch nicht immer ein Jigkopf sein. Cheburashka mit Wide-Gap Haken funktioniert auch prima und hat in Sachen Hänger, stumpfwerdende Haken und Bissverwertung einige Vorteile.
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korsikaphil
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Re: Spinnrute

Beitrag von korsikaphil »

OHKW hat geschrieben: 18.11.2025, 14:52 Btw: Diese Unterscheidung von "Faulenzen" und Jiggen existiert eigentlich nur in der deutschsprachigen Angelkultur.
:good post:

Das Faulenzen ist eine rein deutsche Angelegenheit aus der Zanderszene. Kein Mensch sonst wo auf der Welt fischt so.
Es ist eigentlich auch viel dümmer als den Gummi zu jiggen. Denn beim Jiggen kann man die Absinkphase noch verlängern indem man mit der Rute mitgeht. Bei gleich schweren Kopfgewichten bringen geübte Jigger eine doppelt so lange Absinkphase hin wie die Faulenzer.

Faulenzen ist halt einfach zu erlernen und irgendwie machen es halt alle, mehr oder weniger nach Lehrbuch. Es geht aber auch anders, und das keinen Deut schlechter.

Just my 2 Cents.
Jo67
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Re: Spinnrute

Beitrag von Jo67 »

Hallo nocheinmal,

und danke für eure Geduld mir bei meinem Problem zu helfen.
@ OHKW " Wie sieht es mit Wassertiefe, Schnur/Vorfach, Wurfweite aus? "
Wassertiefe = ca 1,5- ungefähr 4 m , Schnur = Spiderwire Stealth Smooth 8fach DM 0,13, Vorfach = 0,7 m Fluo 0,43 , Wurfweite 30 m .
Untergrund eher sandig , fast keine Strömung. Ja solche Donauabschnitte gibt es wirklich. Fische ca. 40 Jahre ausschließlich an der Donau .
Habe das Spinnfischen eher vernachläßigt , haupsächlich wegen des von mir beschriebenen Rutenproblemes.

LG Josef
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OHKW
Huchen
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Re: Spinnrute

Beitrag von OHKW »

Klingt so weit recht sinnvoll. Also mir fällt jetzt kein anderer Grund ein, als dass die Rute eine ganze Ecke zu hart ist für die Anwendung.
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