Mein Sommerurlaub ist wieder vorbei, und vor allem die frühen Morgenstunden wurden genutzt, um dem Hobby
nachzugehen. An insgesamt 12 Tagen klebte ich von 06 Uhr bis ca. halb 10 Uhr an meinem Jahreskartengewässer,
bevor mich die Brutalhitze nötigte, nach Hause zu fahren und Abkühlung im Gartenpool zu suchen. Vor allem in den
ersten beiden Wochen war diese Hitze echt eine Prüfung, mit teilweise 40 Grad und mehr. Das kann echt nichts mehr,
vor allem in Verbindung mit ca. 6-7 Wochen ohne auch nur einen Topfen Regen. Arme Mutter Natur
In der ersten Woche testete ich vor allem 2 meiner Kugeln, die im Frühjahr überarbeitet wurden. Konkret habe ich
Rohfasern im Mix eingebaut, und der erhoffte Effekt wurde erzielt. Ein paar kleine Anpassungen werde ich noch vornehmen,
und im Winter entsprechend abrollen. Ein guter Freund steht schon ante portas und möchte ein paar Kilo davon haben…
Ein weiterer, und vor allem der für mich wichtigste Punkt, war ein ausführlicher Test der neuen Haken. Jeder
Karpfenangler kennt das Problem von stumpfen Haken zur Genüge. Um ehrlich zu sein, es widerstrebt mir, die Dinger
nachzuschärfen, um sie dann trotzdem ständig wechseln zu müssen. Teflonhaken kommen mir so und so nicht ins Haus,
aber selbst bei den Stahlhaken ist die Lebensdauer bzgl. der Schärfe überschaubar.
Ich folge schon länger den Videos vom Jan Brauns, Inhaber von Naturebaits, und obwohl ich keine Kugeln von ihm kaufe
(weil ich eben selber rolle
gute Jan auch eigene Haken im Programm hat, habe ich mir kurzerhand welche bestellt, vor allem auch aufgrund
der vielen positiven Rezensionen.
Fazit: die Haken bleiben definitiv länger scharf, einen „Universal Carp Barbless“ habe ich z.B. erst nach
dem 8 Fisch (!!) gewechselt.
Ich werde mir fix weitere Haken und auch andere Modelle bei ihm bestellen. Aufgefallen ist mir nur, dass die Modelle
etwas kleiner ausfallen, d.h. ich werde mir zusätzlich noch ein paar Modelle in Größe 2 kaufen, da die Gr. 4 eher der
Gr. 6 von anderen Firmen entspricht.
Nachdem ich reichlich Informationen zu den neuen Boilies hatte, und das „Haken Thema“ gedanklich auch „abgehakt“
war, widmete ich mich einer Wunde, die seit 2 Jahren blutete: dem „Shot Rig"
Ich glaube, es ist 2 Jahre her, als der Fairbrass dieses Rig wieder bekannt machte, und irgendwie wollte ich es auch
ausprobieren. Grundsätzlich fing ich auch damit, aber die Aussteigerrate war mir viel zu hoch, daher verschwand das
Zeug wieder in den Untiefen meiner Tackle Box. Hinzu kommt meine totale Aversion gegenüber Long Shank Haken; so
wirklich begründen kann ich es nicht, aber mir fehlt schlichtweg das Vertrauen in diese Modelle. Und ohne Vertrauen
in sein Setup macht Angeln keinen Sinn. Warum Long Shank: der Fairbrass hat ausdrücklich dazu geraten, diese Modelle
zu verwenden.
Also, Rig rauf -> erster Fehlbiss, zweiter Fehlbiss. 3 Biss – passt, und kurz darauf ausgestiegen. Oida, das gibt’s doch nicht
Das Spiel wiederholte sich, bis ich dann doch den ersten Fisch im Kescher hatte. Perfekter Hakensitz in der Unterlippe, geht
ja. Der nächste stieg dann wieder aus…..der Fluch hatte mich fest im Griff und meinen mentalen Zustand konnte man
wirklich nicht mehr als „entspannt“ beschreiben.
Als dann auch noch ein Radlerpaar mit ihren 2 Jungs unmittelbar neben meinem Auto eine Pause machte und Ableger Nr. 1 begann,
Steine ins Wasser zu schießen, befeuerte das zusätzlich meine "gute" Laune. Mein freundliches Ersuchen an den Vater des Jungen,
doch damit aufzuhören, wurde mit einem „Sie sind ein Tierquäler“ beantwortet. Ich erklärte ihm, dass er sich illegal auf einem
Privatgrundstück aufhalte, und er die Wahl zw. einem Handyfoto samt Anzeige, oder einem aufgespannten Regenschirm im Arsch hat….
Sie nahmen nach diesem Austausch nachbarschaftlicher Freundlichkeiten ohne weitere Wortspenden die nächste Etappe ihrer
Radtour in Angriff. Bon voyage, dachte ich mir, baba und foits net.
Bei der täglichen Analyse zu Hause kam dann der Gedanke, es doch mal mit einem anderen Hakenmodell zu versuchen, und ich
montierte einen Nash Twister Gr. 4, sprich ein Wide Gape Modell. Auf das andere Rig kam ein Naturebaits Universal Carp Straight
rauf, ebenfalls in der Gr. 4.
Ob ihr es glaubt oder nicht, ich fing konstant gut mit dem Shot Rig mit diesen beiden Hakenmodellen; in Summe 11 Fische
bei nur einem Aussteiger…Vertrauen somit wieder hergestellt. Das Shot Rig fand somit wieder eine Wiederaufnahme in
meinen Rig Boxen.
Was ich zu dem Thema „Shot Rig“ aber nur wiederholen kann:
Das Rig ist für Gewaltwürfe völlig ungeeignet, da dadurch das Blei leicht verrutscht, vor allem, wenn das Rig schon vorher ein
paar Stunden im Wasser lag. Am besten ist es, mehrere Rigs bereits zu halten, und bei jedem Auswurf ein neues montieren,
während man das alte „trocknen“ lässt. Weiters ist Vorsicht geboten, wenn man die Gummiperle bzw. das Bleischrot über die
Hakenspitze zieht. Auf der Habenseite steht ein meist perfekten Sitz des Hakens im Karpfenmaul.
Als Köder kamen entweder 18mm Wafter oder 16mm Popper zum Einsatz, mit einem Sinker habe ich es (noch) nicht versucht.
Als „Shot“ verwende ich das Modell von Korda, Gewicht: 0,4gr.
In den 3 Wochen konnte ich insgesamt 53 Karpfen und 3 kleine schwarze Amure (besser bekannt als die „schwarze Plage“)
fangen; davon 9 Stk. zwischen 10-15kg, und ein paar wenige mit unter 5kg. Insgesamt 7 Aussteiger und 1 Abriss trüben ein
wenig die Erfolgsbilanz, aber da ich viel herum getüftelt und probiert habe, ist das auch keine wirkliche Sensation.
Kurios war, dass der kleinste Fisch (ein schwarzer Amur) auf 2x 22mm Sinker gebissen hat….
Tight Lines
Helmut
P.S.: Zurück zu den Radfahrern…ich bin grundsätzlich kein ungemütlicher Typ, ganz im Gegenteil, aber da kamen einfach
ein paar Dinge zusammen. Tjo, nobody is perfect, and the early bird is catching the fish.