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Fische, Otter und Insekten

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Fische, Otter und Insekten

Beitragvon fuschlsee0 » 12.02.2019, 10:03

Ich stell mir schon länger die Frage, ob bei der Betrachtung der Ursachen von schlechten Fischbeständen, neben anderen menschlich verursachten Einflussfaktoren (Verbauung, Verschmutzung, falscher Besatz, Befischung) und Fressfeinden (Otter, Vögel), nicht das Thema Insekten unterbelichtet ist.

Wenn man z.B. die Salzach betrachtet, die für so einen Fluss einen unglaublich schlechten Fischbestand hat, dann ist aufgrund der Größe des Lebensraums (die letzten 60 KM bis zur Mündung sind durchgängig) kaum alleine mit Verbauung und Prädatoren das "warum" zu argumentieren. Wenn man sich dann die Uferzonen ansieht, die regelmäßig durch Stauraumspülungen verschlammt werden, dann erkennt man, dass es dort phasenweise und abschnittsweise keinerlei Leben mehr gibt. Die wasserlebenden Insekten und Insektenlarven wurden zugedeckt und die Nahrungsbasis der Fische ist weg.

Nun gibt es Forschungen zum Thema, dass allgemein die Insekten massiv im Rückzug sind: https://derstandard.at/2000097860606/Fo ... 100-Jahren
und man muss sich schon die Frage stellen, ob die Kormoran- oder Otterthematik nicht einen Pups gegenüber dem darstellt, was unsere Fischbestände auszuhalten haben oder noch auszuhalten haben werden, angesichts dieser nicht so augenscheinlich-populären Thematik.

Wie schätzt ihr das Thema "Insektenschwund" ein?
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon Oze147 » 12.02.2019, 11:00

Ich kann mich erinnern, dass ich als Bub immer für meinen Vater auf "Flatalen"-Jagd (Köcherfliegen) gegangen bin, die er dann sehr erfolgreich als Köder verwendet hat.
Heute sieht man in meinem Draurevier nur mehr sehr selten einen richtigen Schlupf, meist sind es nur mehr vereinzelte Individuen.

Im Endeffekt hängen alle bereits genannten Faktoren zusammen und es ist bestimmt so, dass die Probleme mit Otter und Kormoran ihre Wurzeln auch am unteren Ende der Nahrungspyramide haben
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon OHKW » 12.02.2019, 11:24

Betrifft ja mittlerer Weile nicht nur mehr die Fische sondern auch Singvögel, Eidechsen und Amphibien. Dank großzügigem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ist ja auch schon deutlich mehr im A..... als nur die Gewässer.
Mann muss es sich selbst nicht unnötig schwer machen wenn man es genauso gut anderen unnötig schwer machen kann.
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon regus » 12.02.2019, 11:41

fuschlsee0 hat geschrieben:
Wenn man sich dann die Uferzonen ansieht, die regelmäßig durch Stauraumspülungen verschlammt werden, dann erkennt man, dass es dort phasenweise und abschnittsweise keinerlei Leben mehr gibt. Die wasserlebenden Insekten und Insektenlarven wurden zugedeckt und die Nahrungsbasis der Fische ist weg.

Nun gibt es Forschungen zum Thema, dass allgemein die Insekten massiv im Rückzug sind: https://derstandard.at/2000097860606/Fo ... 100-Jahren



Irgendwie ist da die Antwort schon in der Frage.

Ich kenne die Salzach nicht auf gesamter Strecke, aber dieses schnell dahin schießende, begradigte "Rinnsal" ist gleicherweise für mich als wohl auch für die Fische uninteressant, was schon auf der Hand liegt, da dort kaum ein natürlicher Lebensraum entstehen kann. Und der beginnt natürlich beim Phyto und Zooplankton.

Schön zu sehen war das einmal bei uns in Wien am Kaiserwasser. Es wurde entschieden dort den Schlamm abzusaugen der sich über Jahrzehnte abgelagert hat. Es war ein geiles Fischrevier, wo alles zu fangen war. Nach dem Absaugen war das Wasser tot, für mehrer Jahre war nichts mehr zu sehen und zu fangen denn alle Fische, auch Zander und Hechte haben diesen Bereich verlassen und sind in die angrenzende Alte Donau gewandert.
Jetzt stelle man sich vor es wäre keine Möglichkeit gewesen für die Fische wo anders nach Nahrung zu suchen...

Der drastische Rückgang an Insekten ist überall zu beobachten und die Ursachen sind vielfältig. Schuld sind wie immer wir natürlich.


Trotzdem glaube ich das in den meisten Gewässern der schlimme Rückgang an Fischen andere Ursachen hat, wie vor allem Chemikalien, Hormonwirksame Substanzen, Medikamentenrückstände und die Verbauung und Verstauung von Gewässern.
Kormoran und Otter richten Ortsweise drastische Schäden an, allerdings begann der Einbruch an Reproduktion von Fischen schon bevor diese in Massen hier waren, ich konnte das gut mitverfolgen...
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon OHKW » 13.02.2019, 11:32

:good post:

Hat von euch wer vorgestern die Doku über die Antibiotika Produktion in Indien gesehen? Da stellt es einem die Haare auf.
Erschreckend dass auch bei uns da über Umwege viel in den Gewässern landet:

https://steiermark.orf.at/news/stories/2950107/
Mann muss es sich selbst nicht unnötig schwer machen wenn man es genauso gut anderen unnötig schwer machen kann.
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon stahldurst » 13.02.2019, 17:39

Hallo!
Da möchte ich mich vollinhaltlich meinen Vorpostern anschließen.
Weiters sollte man bedenken:
Es gibt Grenzwerte z.B. für Schwermetalle, "endokrine Disruptoren" ( Hormone ) und viele andere Stoffe.
Diese Grenzwerte basieren jedoch auf deren alleiniger Betrachtung. Wenn man jetzt die Mischung, quasi den
Cocktail dieser Stoffe betrachtet, ergeben sich ja Querempfindlichkeiten ( <- ich nenn' das jetzt mal so, da ich
den med. Begriff nicht kenne ) wobei schon eine viel geringere Konzentration der einzelnen Stoffe eine schädliche Wirkung
hervorrufen kann.
Auf das wird bei den jeweiligen Studien leider zuwenig Augenmerk gelegt.
BG
Hans
"Sie reden aber komisch..."
"Ja, ich weiß. Das liegt an der korrekt verwendeten Grammatik und den ganzen Sätzen.
Das überfordert viele Leute."
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon welsnoobie » 13.02.2019, 20:05

OHKW hat geschrieben::good post:

Hat von euch wer vorgestern die Doku über die Antibiotika Produktion in Indien gesehen? Da stellt es einem die Haare auf.
Erschreckend dass auch bei uns da über Umwege viel in den Gewässern landet:

https://steiermark.orf.at/news/stories/2950107/


Ich glaub nicht, dass wir uns jemals vorstellen können wie Länder wie Indien oder China mit giftigen Stoffen in Flüssen umgehen. Man braucht ja auch nicht weit weg schauen, selbst innerhalb Europas gehts nicht anders zu.

https://www.greenpeace.de/themen/energi ... usgetreten
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Re: Fische, Otter und Insekten

Beitragvon fuschlsee0 » 14.02.2019, 07:41

@welsnoobie: Man braucht nicht einmal über die Landesgrenze blicken, sondern nur ein paar Jahre zurück unseren eigenen Umgang mit Gewässern betrachten. Die Salzach vor 20 Jahren etwa - verdreckt u.a. von der Industrie in Lend und v.a. der Papierfabrik in Hallein - war nicht mehr als ein stinkendes, schiaches, schäumendes Abwasser. Es ist einem richtiggehend schlecht geworden, wenn man über einen Steg gegangen ist und die Dämpfe aus dem Fluss eingeatmet hat. Nicht anders hab ich die Mur zwischen Bruck und Graz in Erinnerung. Wenn wir einen Schulausflug nach Graz machten, war das für mich, der an der sauberen steir. Salza aufgewachsen ist und für den die Enns bereits ein immer brauner grauslicher Fluss war, unverstehbar, dass es solche Kloaken bei uns gibt.

Es hat sich seither viel bei uns getan, vieles ist noch im Argen (Gewässerstruktur, fangfähiger Besatz), vieles aber überblicken wir kaum (Insektenrückgang, Verschlammung durch Stauräume, "unischtbare" Verschmutzungen wie Hormone, Konservierungsmittel, Antibiotika, etc.).
Auch viele Seen die früher massiver Eutrophierung ausgesetzt waren (in Salzburg etwa der Wallersee oder der Fuschlsee) haben sich massiv gebessert.
Nicht anders ist es in anderen Regionen der EU. Man denke nur, wie sich der Rhein oder die Elbe verändert haben.
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