Mühlwasser Lobau 2020

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meigo1234
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Mühlwasser Lobau 2020

Beitrag von meigo1234 » 16.01.2020, 17:54

an den moderator: falls der beitrag einfach besser direkt im bestehenden thread "Mühlwasser Lobau" aufgehoben wäre, als anhang und aktueller erweiterung quasi, bitte ich den moderator das dort hinein zu verschieben. war mir nicht sicher, ob das so besser ist ... danke!


hallo
liebe alle,

(danke fürs reinschauen)

nachdem ich zum thema mühlwasser lobau, und der fangtristesse, hier und im "anglerforum" einiges gelesen habe, würde ich euch gerne um eure aktuelle meinung dazu fragen. wer lust hat bitte ...

und zwar zum thema fischbestand. ich bin generell nicht wirklich interessiert an den kapitalen fängen und dem karpfen für daheim ... die problematik mit dem geringen fischbesatz habe ich zur kenntnis genommen ... und dass es sich wohl in richtung gänzliche auflassung der lizenzen bewegt, wenn auch langsam. ABER, auch wenn das gewässer ja eigtl nicht "alt" ist, sondern "erst" 50 jahre, würde ich ganz konkret um einschätzungen bitten, was denn dort so, bis auf die welshorden, an gutem altbestand zu finden ist. und ob man nicht auch einige fische fangen kann, wenn man sich auf die fische abseits der karpfen einstellt. oder muss man sich das so weit vorstellen, dass durch das fischen und die gefräßigen welse generell sehr wenige fische im mühlwasser lobau leben...

um das von grund auf zu verstehen, warum sich dort eben nicht die fischmassen tummeln, fehlt mir etwas der nötige background ... liegt es auch am mangelnden zufluss, sozusagen der isolation von fischzuzug ...

und zu guter letzt wären wir wiedermal beim thema no-kill. man könnte das gewässer evtl umwidmen in eine no-kill zone und die fische nachhaltig wachsen lassen (ja, einfach gesagt, und einfach vorgestellt, womöglich naiv, obs in der praxis dann so funktionieren würde, und die fische eher darunter leiden. wobei töten für den fisch selbst wohl ultimativ fataler ist, als wieder rückversetzen). also quasi weg vom entnahme-sportfischen, hin zum erkundungs-nachhaltigkeits-sportfischen.

ja, evtl interessiert das wasser doch noch einige, weil es ja vom naturerlebnis absolute spitze ist. und möglicherweise schöne fischerei vorstellbar ist, wenn man die perspektive vom klassichen "besatzfang" wegrichtet, und den fokus auf den 50 jährigen "naturbestand" legt. wenns denn sowas überhaupt gibt. vielleicht stell ich mir das etwas zu romantisch vor, wie sich ein gewässer in 50 jahren entwickelt. womöglich nicht so kontinuierlich sondern in schüben, stark beeinflusst von platzhirsch-fischen und fischbesatz.

:danke:
liebe grüße
michael

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Re: Mühlwasser Lobau 2020

Beitrag von Lugi » 16.01.2020, 18:17

Gefischt habe ich das Gewässer noch nie, aber bin schon einige Male mit dem Fahrrad und Polbrille rundherum gefahren.

Konnte eigentlich jedes Mal einige schöne Karpfen, Hechte und auch immer wieder ganz passable Barsche im glasklaren Wasser bewundern. Hat jedenfalls nicht so ausgeschaut als wäre da wenig drinnen.

LG
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Re: Mühlwasser Lobau 2020

Beitrag von Skylobo » 16.01.2020, 19:52

Ist mein Hausgewässer :mrgreen:
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Re: Mühlwasser Lobau 2020

Beitrag von Lupus » 17.01.2020, 08:15

Die Vorschriften macht nicht der Verband, sondern die Nationalparkverwaltung. Insoferne ist jede Diskussion darüber, wie man die Vorschriften eventuell ändern/verschärfen/entkräften könnte, hier sinnlos.

Zu der Frage des "no kill" , was scheinbar von Dir immer wieder als Generallösung für alle (viele) Probleme angesehen wird:

Ich sage mal ganz allgemein, nicht als Weltverbesserer, sondern nur als theoretischer Denkanstoß, wie eine nachhaltige Fischerei in einem ökologisch bewirtschafteten Fischereirevier aussehen k ö n n t e:

Es könnte erst einmal der Fischbestand evaluiert werden und nach den entsprechenden Ergebnissen ausgearbeitet werden, wie viele FISCHTAGE das Gewässer vertragen könnte, ohne überlastet zu werden.

Dann sollte nach bestehendem Fischbestand und Nachwuchspotential ermittelt werden, welche Anzahl von Fischen entnommen werden darf und dann gerne auch entnommen werden kann.

Da wäre dann festgelegt, wieviele Lizenzen ausgegeben werden können, und wie viele FISCHTAGE jeder Lizenznehmer die Fischerei ausüben kann. Und die Entnahme wäre wahrscheinlich bei einem Gewässer mit Nullbesatz und lediglichem Eigenaufkommen ein Bruchteil von dem, was jetzt entnommen werden darf. Statt 20:10 dann vielleicht 5:1 (5 Friedfische, 1 Raubfisch)

Ich selber befische Salmonidengewässer, wo Regelungen hinsichtlich erlaubter Fischtage im Verhältnis zum Potential des Gewässers (Biomasse, Reproduktionsfähigkeit) bestehen und eine hervorragende Fischerei möglich ist und auch ein bisschen etwas entnommen werden kann, ohne den Bestand zu gefährden.

Das Grundkonzept dieser Idee k ö n n t e in geänderter Form, aber im übertragenen Sinn ebenso für Raub- und Friedfischgewässer übernommen werden, wenn diese gänzlich naturbelassen sind und als besonders schutzwürdig eingestuft werden.

Andere Bestimmungen würde ich zum Beispiel auflockern. In den Nationalparkbestimmungen steht lapidar der Satz "Anfütterungsverbot". Jetzt weiß ich aber, dass Spaziergänger haufenweise Brot an die Enten und Schwäne verfüttern. Insoferne verstehe ich nicht ganz, warum 2 Ballen eines einwandfreien Futters, zu Beginn der Fischerei an den Spot geworfen, soooooo schädlich sein sollen bei einer Handvoll Fischer, die gar nicht so oft dort fischen gehen. Ich bin nicht nur ein ökologisch denkender Mensch, sondern auch ambitionierter Freizeitfischer, und wenn ich Karpfen/Schleien/Brassenfischen gehe und nur den einen Köder am Haken hätte und sonst nicht die geringste Lockmöglichkeit, käme ich mir vor wie ein Spaziergänger, der auf einer großen Wiese eine Kuh mit einem Grashalm anlocken will.
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Re: Mühlwasser Lobau 2020

Beitrag von GvonderRinne » 17.01.2020, 14:38

Hi
Ich lese hier immer wieder, dass sich einige Gewässer in Richtung "gänzliche Auflassung der Lizenzen" bewegen sollen.
Ich halte das für ein vernachlässigbares Gerücht.
Waidmännische/waidweibliche FischerInnen sind im Nationalpark Donauauen meiner Erfahrung nach gerne gesehen.
Leider wird halt zu wenig Kontakt zu den Mitarbeitern im Nationalpark gehalten.
Aber diese wissen sehr wohl, dass die naturbewußten FischerInnen auch auf das Wohl der Schildkröten Frösche Lurche Schlangen und sonstigen Wassergetiers achten.
Auch die Vögel werden immer mehr (z.B. Graugänse am Mittelwasser)
Wenn es wirklich soooo viele Welse im Mühlwasser gibt, warum fangt ihr dann nicht mehr? Geräucherter Wels schmeckt herrlich.
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