Mäander im Raum Wien und weiter ...

Fluss und Bach
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Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von meigo1234 » 06.02.2020, 15:12

hallo,
danke fürs reinlesen ...

was in österreich eher selten zu finden ist, sind flüsse mit mäander-verlauf. mir kommt vor, dass es das in england sehr häufig gibt. evtl eine andere agrar-geschichte, etc. ...

was ich ansatzweise in die richtung gefunden habe, ist die leitha bei pottendorf ... einige bänke. die allerdings auch zeitweilig ganz trocken sind ... sonst sind unsere flüsse eigentlich meistens sehr "gerade" ... was irgendwie schade ist.

ein stark mäanderndes flüsschen, dass ich entdeckt habe, ist die kleine leitha. da fragt sich aber auch, wie oft die wasser führt und wer die verwaltet (vermutlich gattendorf). wär schon interessant mal als ausflug, und soweit ich weiß hat burgenland ja einfache gästekarten. nur obs für die kleine leitha tageskarten gibt, oder ob dort überhaupt gefischt wird ...?

danke für inputs, und auch erklärungen, wieso in niederösterreich so wenig mäandert.

lg
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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Captain » 10.02.2020, 06:00

In Niederösterreich mäandert es so wenig, weil unsere Fließgewässer seit Jahrhunderten "genutzt" werden: Werkskanäle, Groß- und Kleinkraftwerke für den inzwischen heiligen Strom - a bissl was wollns zusätzlich noch zubetonieren - wegen dem Klimawandel , Wildwasserverbauungen, Grunstückserweiterungen für Landwirte und Häuselbauer, usw.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Lupus » 10.02.2020, 07:17

An der Fischa-Dagnitz mäandriert es teilweise aber auch kräftig.
Und die ist soweit ich weiß, der einzige "Kreidefluss" nach britischem Muster in Österreich.

Ich habe dort früher gelegentlich zum Maifliegenschlupf gefischt. Sehr sehr interessant !

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von RaubKoppe » 10.02.2020, 15:46

Beispielhaft, wie lange Jahrhunderte die Menschen und ihre Flusstäler verbaut hatten ist diese Lektüre:

https://www.derstandard.at/story/200010 ... en-flusses

In diesem, sehr interessanten und gründlich aufgearbeiteten Buch ist nachzulesen, dass vor gut 500 Jahren es kahle Berghänge, wegen totaler Rodungen.
Trocken fallende Flussstrecken wegen Ableitung diverser Kanäle für so manchen Schmiedehammer und extra für die Traisen eine Ausgabe eines Fischereiregulativs gab. Weil so viel gestohlen wurde!

Damals war Fischdiebstahl und extremste Nutzung des Flusses noch ärger als Heute. Und wurde akkurat und stark bestraft.
Unter Androhung schärfster Strafen wurde den Hämmernbetreibern empfohlen mindestens 10% oder so viel Wasser im Hauptfluss zu lassen dass es keine Fischsterben gab.

Ihr seht so um die Jahre 1500 hatten die auch schon mächtig Probleme. Später gab es mit Aufkommen der Industrialisierung regelmäßig Fischsterben, weil ab und an grausige Flüssigkeiten in den Fluss geleitet wurde.

Ich bin dankbar dass ich seit 1979 diesen schönen Fluss zu befischen darf. Denn, was da im Buche beschrieben wird, das will keiner in der aktuellen Gegenwart erleben.

Und was die Mäander betrifft. Ein Fluss der aus den Bergen strömt hat solche in geringerer Anzahl (er muss mehr Höhenmeter auf kürzerer Strecke überwinden) als einer der durch das Tiefland seinen Weg ins Meer findet. Ich glaube dass es mehr mit Geologie als Geografie zu tun hat.

In diesem Sinne. Petri Heil!
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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von meigo1234 » 10.02.2020, 16:03

vielen dank für eure inputs ... ja. gut zu sehen, dass im schönen alten mittelalter nicht unbedingt alles besser war ... *haha* (der name der rose ...)

teilweise bewirken ja die renaturierungsmaßnahmen zumindest so etwas wie "mini-mäander".

@lupo: der fischa abschnitt sieht tatsächlich schön mäandrig und verwildert aus... zeit für einen ausflug.

danke
lg
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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Lupus » 11.02.2020, 09:14

meigo1234 hat geschrieben:
10.02.2020, 16:03



@lupus: der fischa abschnitt sieht tatsächlich schön mäandrig und verwildert aus... zeit für einen ausflug.

danke
lg
michael
Die "Schlingen", wie sie auch unter den Fischern genannt werden, sind zwischen Schranawand und Mitterndorf. Dort hast Du die schönsten Mäander, aber auch in der I-er Strecke Richtung Pottendorf sind tolle urwüchsige Strecken.

Das musst Du Dir einmal Ende Mai Anfang Juni "geben", wenn der Maifliegenschlupf ist.
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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Captain » 12.02.2020, 04:48

Ja, die Fischa-Dagnitz ist wirklich ein Ausnahmefall, nur ist das Fliegenfischen im Dschungel oftmals eine echte Herausforderung. Das Wasser ist glasklar und die Fische sehr selektiv, selbst für die Profis unter den Fliegenfischern keine leichte Aufgabe.
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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Lupus » 12.02.2020, 07:05

Captain hat geschrieben:
12.02.2020, 04:48
Ja, die Fischa-Dagnitz ist wirklich ein Ausnahmefall, nur ist das Fliegenfischen im Dschungel oftmals eine echte Herausforderung. Das Wasser ist glasklar und die Fische sehr selektiv, selbst für die Profis unter den Fliegenfischern keine leichte Aufgabe.
Das stimmt, vor allem vom Oberlauf dort bei Siegendorf oder so habe ich das so gelesen. Das II-er Revier von der OEFG dürfte leichter sein. Aber ich muss zugeben, ich war damals noch als relativer Anfänger in Sachen Flifi "nur" wegen der Maifliegenzeit dort und als dann endlich gegen den späteren Nachmittag wirklich ein "Schlupf" kam, "sprangen mir die Fische fast in den Kescher". Man hat mir aber auch damals schon vermittelt, dass die Fischa außerhalb der Maifliegenzeit eine ziemlich harte Nuss ist, und auch eher Nymphenwasser weil sie sonst nicht so viel steigen.

Weil der thread verfasser geschrieben hat, er will dort ein bissl spazieren gehen: Aufpassen wegen der Löcher im Ufer, die die putzigen Nutrias machen. Ich steckte schon mal mit einem Bein "bis zum Schritt" in so einem Loch" . Da kann man sich leicht einen Haxn brechen, muss man immer auf den Boden schauen.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von meigo1234 » 12.02.2020, 07:31

danke für den haxn hinweis!

wo es eben auch als ausflug bald hingeht ist die leitha dort. also einmal ums eck, ...

sieht nach sehr verwunschenen flecken aus, nur manchmal wohl sehr trocken.

zur fischbiologie eine frage: was machen eigtl die fische, wenn sich der wasserstand richtung null bewegt? gehn da einfach die alarmglocken los und sie flüchten ganz automatisch in gebiete, wo noch mehr wasser ist? dürfte leider auch zu spät sein, wenn bäche wirklich stark austrocknen, wie ich schon gelesen habe.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Lupus » 12.02.2020, 09:17

meigo1234 hat geschrieben:
12.02.2020, 07:31



zur fischbiologie eine frage: was machen eigtl die fische, wenn sich der wasserstand richtung null bewegt? gehn da einfach die alarmglocken los und sie flüchten ganz automatisch in gebiete, wo noch mehr wasser ist? dürfte leider auch zu spät sein, wenn bäche wirklich stark austrocknen, wie ich schon gelesen habe.
hm, die Fischa hat doch soweit ich weiß, das ganze Jahr einen ziemlich konstanten Wasserstand und ziemlich die gleiche Temperatur, weil sie aus einem Quellteich kommt, also etwas ganz einzigartiges in dieser Gegend darstellt.

Dadurch ist die Fischa, obwohl ein Tiefebenenfluss, trotzdem Forellenregion und nicht etwa Brachsenregion oder sowas.

Dadurch fallen auch Frühjahrshochwasser aus, und wenn ich beispielsweise an "meinem" Voralpenfluss oft nach Ende der Salmonidenschonzeit wegen Schneeschmelze noch nicht fischen kann, geht es dort das ganze Jahr ziemlich konstant.

Insoferne habe ich bei der Fischa noch nichts von Austrocknen gehört.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von meigo1234 » 12.02.2020, 18:03

danke
auch interessant

ich meinte das konkret zur leitha, die ja richtung wr neustadt immer wieder verdurstet. das stell ich mir schon eher stressig vor, für alle, die drin rumschwimmen.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von Captain » 13.02.2020, 14:30

So viele Optionen haben die Fische dort nicht, entweder werden sie geborgen, oder sie verenden.

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Re: Mäander im Raum Wien und weiter ...

Beitrag von meigo1234 » 16.02.2020, 15:59

https://noe.orf.at/stories/3034755/

tut sich was, stetig

aber, wie man das beispielsweise aus hardegg kennt, fällt auch gern die freizeit-fischerei den naturparkinitiativen zum opfer. aber da lässt sich wohl auch in zukunft eine für alle seiten förderliche zugangsweise finden. ... muss sich ja nicht ausschließen, sondern kann sich gut ergänzen.

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