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"Wettfischverbot" in Oberösterreich

Gesetze, Vorschriften und Gebote

"Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon Captain » 03.03.2013, 07:03

Wie Herr Siegfried Pilgerstorfer vom OÖ Landesfischereiverband beim ÖKF Forum in Linz gestern berichtete, wurde eine "Aktion scharf" gegen die Wettkampfszene durchgeführt. Es wurden 20 Anzeigen bei den Bezirksverwaltungsbehörden eingebracht. Herr Pilgerstorfer wörtlich: "Es kann nicht sein, daß in Tümpeln in der Größe eines Löschteiches 5 - 15 Kg schwere Karpfen gehalten und mehrmals in Woche gefangen werden" und " bei einer Kontrolle hatte ein Angler mehr als 200 Kg Fische im Setzkescher". Weiters:" Wir haben aber nichts gegen Vereinsfischen, wo der Fang dann zubereitet und mit einem Bier verspeist wird". Die Kernaussage: "Wettfischen ist in OÖ verboten".

Also, liebe Wettfischer und Veranstalter, warm anziehen und die Sache überdenken :!:
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon WiM » 03.03.2013, 08:13

Captain hat geschrieben: "Es kann nicht sein, daß in Tümpeln in der Größe eines Löschteiches 5 - 15 Kg schwere Karpfen gehalten und mehrmals in Woche gefangen werden"


Ich stimme hier völlig zu. Das ist Tierqüälerei. Allerdings hat das nichts mit Wettfischen zu tun! Da bräuchte es einfach strengere Regeln in der "Haltung" von Fischen. Da sollte man meiner Meinung ansetzen.

Zu diesem Punkt möchte ich Simon Crow zitieren. Er sieht das Problem in fehlenden Vorschriften die das Betreiben von Teichanalagen regelt. „Das ist verrückt, denn schließlich gibt es auch Gesetze für die Haltung von Rindern, Schweinen, Pferden und Haustieren.“

Aber ob es vor dem Hintergrund des ÖKF Forums "Auf der Suche nach dem verlorenen Fischbestand" klug ist zu sagen Vereinsfischen (=Wettfischen) ist ok wenn die Fische entnommen werden bezweifle ich.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon Fettametzla » 03.03.2013, 09:39

Ich versteh an der ganzen Sache nur nicht, dass es europaweite Meisterschaften mit intenational angesehenen und anerkannten Regeln gibt
und es da nicht möglich ist mit dem OÖ fischerbund einen gemeinsamen Konsens zu finden.

Ich bin zwar selber kein Preisfischer, aber ich verfolge diese Diskussion schon seit einiger Zeit, da ich ein paar Teichbetreiber kenne die solche Fischen betreiben.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon swansong » 03.03.2013, 10:12

bein uns in der Steiermark ist es eigentlich schon verboten, wenn der Fang nicht verwertet wird. Im § 13 des Stmk. Fischereigesetzes heißt es:

Die Durchführung des Fischfanges im Rahmen von Wettbewerben (z. B. Wettfischen, Preisfischen) ist in Fließgewässern generell und in stehenden Gewässern dann verboten, wenn eine Verwertung der entnommenen Fische nicht erfolgt.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon hgb » 03.03.2013, 10:54

Der Landesfischermeister (Obmann des Landesfischereiverbandes) wird vom Landesfischerrat gewählt. Dieser besteht aus Obmännern der einzelnen Reviere, Vereinsobmännern, Vertretern des Landes und der Fsichzuchtbetriebe.

http://www.lfvooe.at/kontakte/kontakte_ ... reirat.htm

Die Revierobmänner werden von den Bewirtschaftern der Reviere gewählt, die Vereinsobmänner von den Mitgliedern des Vereines.

Diese veraltet und verkustetn Strukturen sind leider nicht aufzubrechen da ja viele Angler schon mit den eigenen Vereinsobmännern nicht zufrieden sind und diese erst den Landesfischermeister wählen. Wie sollte der dann innovativer sein, der muss sich ja nur dem Landesfischerrat gegenüber rechtfertigen, nicht aber den Anglern.

Wo es an Ideen und innovationen fehlt, werden halt einfach die Angler mit immer neuen Bestimmungen schikaniert, die können ja sowieso nichts machen, weil der direkte Durchgriff fehlt.
Eine Direktwahl würde da schnell Abhilfe schaffen, das werden die Betroffenen aber zu verhindern wissen.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon Hellvis » 03.03.2013, 11:27

hgb: DANKE!

Ich bin kein besonderer Freund von Wettfischen und aus meiner Sicht muss man diese nicht forcieren. Das hat aber nichts mit mir als Angler zu tun, sondern meine allgemeine Einstellung gegenüber von Lebewesen. Mir als Angler tun die Wettfischen aber nicht weh, genauso wie mich das Fischen mit Echolot nicht stört. Es sollte eigentlich nicht zu den Kernaufgaben eines Landesfischereivereines gehören, dass er Vorschriften überprüft, die keine Einschränkung und Störung für andere Angler darstellt. Ein Landesfischereiverein sollte eher darauf schauen, wo seine Mitglieder unterstützt werden können.

DIe Aktion ist so, als würde der ÖAMTC Radargeräte und Alkomaten für die Polizei kaufen.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon Fettametzla » 03.03.2013, 17:56

Ich war zufällig bei der Messe in Wels in dem Seminarraum wo über dieses Verbot diskutiert wurde.
Das erste was mir aufgefallen ist, ist das dieses Gesetz einfach nichtmehr zeitgemäß ist da es aus dem Jahr 1984 stammt und seither nichtmehr überarbeitet wurde.

Das zweite, und das ist was mir mehr zu denken gibt, ist das ich zwischen den Zeilen rausgehört hab, dass sie sich nichtnur am Wettfischen stören sondern das komplette Catch&Release fischen wird von ihnen nochmal "überdacht".
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon CarpHuntersW4 » 03.03.2013, 18:06

Sollen lieber die C+R Fischer in ruhe lassen und die ganzen Deppen die die Fische behandeln wie dreck von den Vereinen rausschmeißen und die Blaue Karte entziehen. Wäre besser denn die meisten C+R Fischer die ich kenne passen sehr gut auf die Fische auf. :prost: Natürlich kann mans mit dem C+R auch übertreiben aber ich denke wenn man das alles in einem normalen Ramen macht ist es ja OK. Aber die Leute suchen immer neue sachen die sie verbieten können :twisted:
Kommt der Wind aus Osten, Angler lassen den Haken rosten. Kommt der Wind aus Westen, beißt der Fisch am besten.”
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon mazdaspeed » 03.03.2013, 18:47

Ich für meine Person halte es so, ich nehme an keinerlei Wettfischen teil. C+R betreibe ich insofern das ich nur das mitnehme was ich auch essen will - ich fange auch nicht 10 Forellen um dann evtl. eine mitzunehmen. Ich verschenke oder verkaufe keine Fische. Evtl. ist mal jemand zun Fischessen engeladen das war´s.
Meine Kunstköder Wobbler, Blinker etc... habe ich weitestgehend auf Einezlhaken umgerüstet und alle Drillinge entfernt.
Da ich es nicht in Ordnung fnde die Tiere mit Drillingen unnötig zu quälen. Und entkommt mall ein Fisch kein Problem, ich werde nicht verhungern :up2:
Das ist wie gesagt nur meine Sicht der Dinge. Ich bin sicher kein Heiliger, will auch meine Fische fangen, aber wie sich im Bereich der Fischerei manches entwickelt macht mir keine Freude...

LG
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon Captain » 04.03.2013, 06:52

Servus,

einige Vereine bzw. Bewirtschafter haben sich das sogenannte "Küchenfenster" einfallen lassen und umgehen so die ewige C&R Diskussion.
Als Beispiel:" Ein Karpfen darf zwischen 35 und 60 cm Körperlänge entnommen werden". Punkt. Der Rest ist Interpretationssache. Vielleicht ist das eine Möglichkeit?
L G, Klaus

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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon TheCK » 04.03.2013, 08:26

Ich bin ja auch bekennender Gegner des C&R (aber bei Weitem nicht so militant wie manche Anderen).
Grund dafür ist, dass ich nicht einsehe, ein Lebewesen Stress und im wahrsten Sinne des Wortes Todesangst auszusetzen nur mit dem Hintergedanken, den Fisch danach sowieso wieder freizulassen.
Deshalb finde ich die Küchenfensterregelung eine ausgezeichnete Idee. Dadurch wird der Altbestand geschont, weil die Fische meistens schon über dem Maximalmaß sind. Die werden natürlich dann auch schonend zurückgesetzt. Trotzdem zielt die Angelei darauf ab, den Fang auch zu verwerten, wenn das Maß entspricht.
Auf diese Weise haben beide Seiten ein mehr oder weniger ruhiges Gewissen - die C&R-Anhänger können immer behaupten, dass die Fische zu groß waren und die "Küchenangler" entnehmen nicht mehr wahllos.

Was die Wettbewerbsfischerei betrifft gibt es ja in einigen Bundesländern ohnehin schon gesetzliche Regelungen. In den meisten Vereinen wird das trotzdem wieder elegant umgangen, indem Wettbewerbsfischen als "Hegefischen zur Bestandskontrolle" getarnt werden ...
Ganz verbieten lässt sich das nicht, wäre auch wirklich schade - in manchen Vereinen sind die Cupfischen-Events ja mehr oder weniger die einzigen sozialen Anlässe, an denen die Mitglieder sich zusammen ihrem Hobby widmen.
Solange da kein generelles Umdenken stattfindet wird die Diskussion noch ewig weitergehen.
LG
Chris
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon mike_ng » 04.03.2013, 09:30

mazdaspeed hat geschrieben:Ich für meine Person halte es so, ich nehme an keinerlei Wettfischen teil. C+R betreibe ich insofern das ich nur das mitnehme was ich auch essen will - ich fange auch nicht 10 Forellen um dann evtl. eine mitzunehmen. Ich verschenke oder verkaufe keine Fische. Evtl. ist mal jemand zun Fischessen engeladen das war´s.


So halte ich es auch für mich persönlich!
Ich habs für mich sogar noch erweitert - ich fische nicht auf Fische wo ich schon im Vorhinein weiß dass ich sie so und so nicht entnehmen und sinnvoll in der Küche verwerten werde. Ich möchte der Kreatur Fisch sinnlosen Stress ersparen.

Das ist für mich persönlich die natürlichste und natur- und kreaturenfreundlichste Einstellung.

Ich bin gerne in der Natur, am Wasser und esse auch gerne Fisch und dabei abwechslungsreich. D.h. es werden nicht 25 Zander (die ich ohnehin nicht fange ;-)) entnommen sondern auch die eine oder andere Barbe, ebenso wie einmal ein Karpfen oder ein Hecht, Wels, ...

Ich persönlich kann nichts mit den Karpfen/Zander/Wels... Spezialisten anfangen, die ihre "heilige Kuh" niemals auf einem Teller servieren würden. Da fehlt mir einfach der Sinn der Sache. Schlussendlich muss es jedoch jeder für sich entscheiden.

Was mir aber unabhängig von der Einstellung wichtig ist, ist dass respektvoll mit dem Tier und der Natur umgegangen wird (was meiner Meinung nach beim Wettfischen nicht der Fall ist) und auch respektvoll mit Angelkollegen die eventuell nicht 100% in das Weltbild des anderen passen.

Lg, Michael
Zuletzt geändert von mike_ng am 04.03.2013, 09:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Wettfischverbot" in Oberösterreich

Beitragvon 19ManueL91 » 04.03.2013, 09:30

TheCK hat geschrieben:Ich bin ja auch bekennender Gegner des C&R (aber bei Weitem nicht so militant wie manche Anderen).
Grund dafür ist, dass ich nicht einsehe, ein Lebewesen Stress und im wahrsten Sinne des Wortes Todesangst auszusetzen nur mit dem Hintergedanken, den Fisch danach sowieso wieder freizulassen.
Deshalb finde ich die Küchenfensterregelung eine ausgezeichnete Idee. Dadurch wird der Altbestand geschont, weil die Fische meistens schon über dem Maximalmaß sind. Die werden natürlich dann auch schonend zurückgesetzt. Trotzdem zielt die Angelei darauf ab, den Fang auch zu verwerten, wenn das Maß entspricht.
Auf diese Weise haben beide Seiten ein mehr oder weniger ruhiges Gewissen - die C&R-Anhänger können immer behaupten, dass die Fische zu groß waren und die "Küchenangler" entnehmen nicht mehr wahllos.


:good post:
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