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Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

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Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon alexb » 01.11.2017, 22:59

Guten Abend!

Ich bin schon seit Jahren an der Pacht , Kauf ist ja eher absurd, von guten Gewässern zum Fliegenfischen interessiert...
Auf Grund meiner privaten Sitiation kenne ich recht viel in Oberkärnten, Osttirol und der Steiermark...tlw. auch Lungau usw...
Heuer gab es ein recht nettes Stück der Möll um deutlich über 3000,0 Euro/km zu haben...recht weit oben...
Viel zu teuer haben mir alle Kärtner und Osttiroler Pächter und Besitzer erklärt...und die Gewässer dort sind sehr gut...
schöne Natur, guter Fischbestand, tlw. sehr gut renaturiert bzw wirklich noch Natur...

Da ich heuer wieder öfter in der Steiermark war habe ich mir eine Jahreskarte für die Mürz gegönnt...
kein billiger Spaß, landschaftlich natürlich wunderschön, vom fischen auch sehr gut, aber garantiert nicht besser als vergleichbare
Flüsse/Bäche an denen ich sonst so fischen darf...Möll, Gail, Drau, Vellach, Passer, Isel usw...

Nun finde ich heute heraus, dass die Bundesforste die Mürz verpachten...
Interessant, nein, ist es nicht....

https://www.bundesforste-fischerei.at/d/12148
https://www.bundesforste-fischerei.at/d/12147

Der Preis von z.B. 13000,0/Jahr für 2,8 km ist absurd,
noch dazu wenn man weiss, dass die Bundesforste als Partner eher als schwierig einzustufen sind....

Nun frage ich mich, gibt es, außer kommerziellen Vermarktern wirklich Leute die das bezahlen ?
Wo wird die Preistreiberei enden ?
Kommt es in Österreich auch dazu, dass sich Konzerne die Fischrechte sichern, dass sich wie an den
berühmten Kalkflüssen Englands Scheichs die Rechte sichern und mit ihren Geschäftspartnern zum Abschluss irgendeines Deals,
ählich der Jagd, ein bisschen fliegenwacken gehen ?

Eure geschätzte Meinung zu diesem Thema würde mich interessieren...

tl

alex
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon korsikaphil » 02.11.2017, 05:10

alexb hat geschrieben:Der Preis von z.B. 13.000,0/Jahr für 2,8 km ist absurd, noch dazu wenn man weiss, dass die Bundesforste als Partner eher als schwierig einzustufen sind.... Nun frage ich mich, gibt es, außer kommerziellen Vermarktern wirklich Leute die das bezahlen?

Ich find den Preis eingedenk dessen, welches Klientel damit angesprochen werden soll, nicht utopisch. Zum Vergleich: Ein Freund von mir im Einzugsgebiet von Hamburg betreibt nebenbei so eine Art Streichelzoo mit Hirschen und Wildschweinen etc. Jedes Jahr kommen da betuchte Herren aus der Stadt, die für 5.000€ einen Hirsch umlegen. 5.000€ für einmal Abspritzen sozusagen.

13.000€ pro Jahr für ein (prestigeträchtiges) Hobby ist in bessergestellten Kreisen nicht unglaublich viel Geld und entspricht ca. den jährlichen Unterhaltskosten von 2 bis 3 Reitpferden oder der Pacht einer kleinen Bauernjagd mit Chancen auf Gams oder Rotwild und eher guter Anbindung. Also nix was sich nur die Ölscheichs leisten täten. Ist leider so :?
Zuletzt geändert von korsikaphil am 03.11.2017, 09:17, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon da_cesa » 02.11.2017, 10:40

Ich schau mir die HP der Bundesforste alle paar Monate einmal interessenshalber an. Einfach so.
Günstig ist das Ganze natürlich nicht und ist definitiv als Liebhaberei einzustufen.
Der Vergleich mit den Reitpferden ist schon ganz treffend.
Wenn du jetzt z.B. noch 5 gleichgesinnte hast wo du weißt dass es mit denen gemeinsam "passt" dann würde das ganze ca. ohne Nebenkosten mit Besatz usw... ein bissl mehr als EUR 2.000 pro kopf und nase im jahr kosten.

Im Vergleich mit Reiten, Motorsport oder anderen teureren Hobbies relativiert sich das Ganze dann wieder.

Anders ist natürlich wenn du komplett alleine bist. dann is doch recht viel - aber wie alles im leben wenn es geld geht . Relativ - nämlich sehr sehr relativ.
untermaßige Fische sollen schonend behandelt werden - Große ritterlich... (Z. Simek - Freude am Angeln)
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon alexb » 09.11.2017, 21:34

Hallo!

Ev, habe ich mich falsch ausgedrückt.

Der Preis ist utopisch, weil das Gewässer den Preis nicht wert ist.
Die BF überschätzen ihre Gewässer.

Und Jagd ist sowieso ein anderes Thema...da ist der Zug schon abgefahren..
wollen wir fischen oder Loden anziehen und Mercedes G fahren
und Hallali rufen ?

Mir geht es darum, dass ich es lächerlich finde, das Fliegenfischen als ein elitäteres Luxushobby verkauft wird.
Ist es nicht, ist nur fischen, sonst gar nix.
Und der Entwicklung muss man gegensteuern.

tl alex
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon TheCK » 09.11.2017, 22:02

In der Wirtschaft gibt es ein - wenn auch wenig freundliches - Leitmotiv: verlangt wird, was der Dümmste bereit ist zu zahlen.
Solange sich Abnehmer für solche Strecken finden wird sich am Preis nichts ändern.
Dir ist das Gewässer nicht so viel wert, jemandem Anderen vermutlich schon. Und rein danach richtet sich der Preis.

Andererseits musst du auch weiterdenken: 13.000 Euro im Jahr für knapp 3 Kilometer - umgelegt auf 20 Jahreslizenzen sind das dann auch "nur" noch 650 Euro pro Lizenz. Und 20 Fischer verträgt so eine Strecke auf jeden Fall wenn man sie nicht exklusiv gestalten will. Hier sind wir wieder bei handelsüblichen Lizenzpreisen angelangt. Warum soll also der Verpächter da anders kalkulieren?
LG
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon Polsi » 10.11.2017, 10:58

Angebot und Nachfrage....
http://fishing-addict.blogspot.com
Karpfenangeln jenseits von Style und Trend.
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon korsikaphil » 10.11.2017, 11:08

alexb hat geschrieben:Mir geht es darum, dass ich es lächerlich finde, das Fliegenfischen als ein elitäteres Luxushobby verkauft wird.
Ist es nicht, ist nur fischen, sonst gar nix.

@Koppenkitzler hat dazu an anderer Stelle folgendes geschrieben:

koppenkitzler hat geschrieben:Fliegenfischen ist einfach trendy. Ich selbst habe einen Kollegen, der mit mir einen Fliegenfischerkurs machen wollte. Als ich ihn fragte, wo er denn sonst bisher überall gefischt hat, kam die Antwort ganz kleinlaut: "Ich habe überhaupt noch nie im Leben gefischt!" Genervt fragte ich: "Und warum willst Du jetzt ausgerechnet Fliegenfischen lernen?" Antwort: "Weil es halt soviele Kollegen machen"(wir sind Ärzte).

So nun, das ist die Sache, die ich Euch erzählen wollte:

Fliegenfischen ist im Gegensatz zur normalen Angelei leider durchaus ein sehr starkes Statussymbol wie Porschefahren, Golfspielen oder langbeinige Blondinen... Mich wundern die Preise also nicht, wenn zusätzlich auch ein immenser Zustrom von BISHERIGEN NICHTFISCHERN in der Fliegenfischerei zu verzeichnen ist. Schwachsinn eigentlich und wir passionierten "Urangler" bleiben angesichts wachsender Preise langsam auf der Strecke.

Die ÖBf haben diesen Trend richtig erkannt. Seit das eine Aktiengesellschaft ist hat sich da einiges verändert, und nicht nur zum Guten wie ich meine. Der Profit steht jetzt als Dogma über allem, alles muss vom billigsten Anbieter kommen und so viel Geld wie noch nie zuvor einbringen...

Was den Vergleich zur Jagd angeht: Den hab ich nur bemüht um zu verdeutlichen, dass es Privatleute gibt die sich die aufgerufenen Preise locker leisten können und wollen. Tatsächlich ist auch da Bewegung drin, Jagd ist längst nicht mehr so exklusiv wie viele glauben. Ich denke, die Jagd wird in Zukunft deutlich breitenwirksamer werden, die Angelei im Allgemeinen und das Fliegenfischen im speziellen dagegen immer exklusiver.
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon koppenkitzler » 12.11.2017, 09:45

Die BF diktieren leider schon lange die Preise. Wie Polsi es ausgedrückt hat,das stimmt leider.
Die Nachfrage ist einfach da.

Zu teure Strecken werden kurzerhand einfach privat von Firmen und Magnaten weggepachtet oder gar das Fischereirecht gekauft.

An der Mur gingen so in den letzten Jahren einige Strecken langjährig weg.

Doch geht der Trend derzeit auch ein bisserl woanders hin:

Es waren noch nie(!) so viele Fischwasser bei den ÖBF ausgeschrieben. Es stockt also ein bisserl. :)

Unschwer zu erraten ,wieso.

Die Gewässer sind einfach zu schlecht geworden,auch überhaupt nicht befischte Strecken(da gibt's genug) weisen stark schwindende Fischbestände auf.

Und so doof das jetzt klingt,die Strecken werden gerade bisserl günstiger !!!! :D

Weil sie eben so schlecht sind und sie keiner haben will.

Aber wundern Euch die Preise wirklich?

Der Profit beleibt das Wichtigste und für eine kleine Karpfenlacke in der Südsteiermark von rund einem Hektar zahlt man auch schon gut und gerne seine 5000 im Jahr.
Und es gibt viele hundert Teiche....
Auch die Bauern haben schon erkannt was sich da rausholen lässt.....
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon OHKW » 12.11.2017, 14:07

Polsi hat geschrieben:Angebot und Nachfrage....


Nun ja, dass die ganzen "Hipster" unter den Anglern alle gleichzeitig mit der Fliegenfischerei angefangen haben, war da wohl auch nicht gerade vorteilhaft ;)
Mann muss es sich selbst nicht unnötig schwer machen wenn man es genauso gut anderen unnötig schwer machen kann.
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon koppenkitzler » 12.11.2017, 14:33

Ja, der Trend ist aber bei anderen Anglern und Fischereiarten bereits ganz ähnlich......

Karpfenangler zahlen bereits teilweise irre Preise für Plätze,Parzellen oder Teiche zur Bildung einer Pachtgemeinschaft..........

Die Pachtpreise für kleinere,stehende Gewässer haben sich in den letzten 20 Jahren auch verzehnfacht.......

Es schraubt sich ganz von selbst rauf.....
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon OHKW » 12.11.2017, 14:49

Naja, es liegt in der Natur von rends dass sie wieder zu Ende gehen. Übrig bleibt ein harter Kern, der in Wirklichkeit meist eh das bessere "Klientel" ist. Der Karpfenboom ist doch schon deutlich abgeflaut, der Waller und Huchenboom ist auch schon rückläufig, man sieht schon lange nicht mehr ganz so viele Angler die sich als "Bassfisher" verkleiden und der Fliegenfischboom nähert sich auch seinem Ende. Zurück bleibt meist viel verbrannte Erde, aber auch das erholt sich irgendwie wieder.

Und das mit den Preisen ist halt so eine Sache, wenn mit einer so beschränkten Ressource so verschwenderisch umgegangen wird. Man hat irgendwie den Eindruck, dass sich der Mensch irgendwann selbst in die "Legebatterie" wirtschaften wird.
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Re: Wir schlachten das Sparschwein oder sind die teppat...

Beitragvon michael250 » 03.12.2017, 21:09

OHKW hat geschrieben:Und das mit den Preisen ist halt so eine Sache, wenn mit einer so beschränkten Ressource so verschwenderisch umgegangen wird. Man hat irgendwie den Eindruck, dass sich der Mensch irgendwann selbst in die "Legebatterie" wirtschaften wird.



Da ist leider was dran, zum Glück erholt sich die Natur wieder.
Wäre echt was wenn die Natur so wär wie wir, nach uns die Sintflut.
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